Der Ruster Ausbruch

Ruster Ausbruch

Es ist ein Wunder der Natur, das Jahr für Jahr in Rust durch ein Zusammenspiel des besonderen Mikroklimas und der Lage des Ortes bzw. der Topographie und der Bodenbeschaffenheit entsteht: Der Ruster Ausbruch, einer der beeindruckendsten Süßweine der Welt, wie er europaweit sonst nur im ungarischen Tokaj oder im französischen Sauternes hergestellt wird.

Hinter dem Namen Ruster Ausbruch verbirgt sich ein Botrytis-Wein der seit Jahrhunderten mit der Geschichte der Stadt verbunden ist.

Was ist ein Ausbruch und wie entsteht er?

Der Name steht für eine spezielle Art des Süßweines, bei dem die Trauben noch am Stock hängend von einem Pilz namens Botrytis Cinerea befallen werden. Dieser Pilz entsteht besonders in Gegenden, wo warme Sommer, ein milder Herbst sowie die durch die Nebelbildung eines nahen Gewässers verursachte Feuchtigkeit optimale Voraussetzungen schaffen. Durch den Pilz werden die Beeren weich und es kommt zu einer rosinenartigen Schrumpfung und somit zur Konzentration von Säure, Zucker, Extrakt und Aroma.

Die Selektion der von der Edelfäule befallenen Trauben erfolgt mühevoll in mehreren Durchgängen per Hand – da die Trauben nicht immer gleichmäßig von der Edelfäule befallen sind, müssen die geeigneten Teile gezielt „ausgebrochen“ werden. Balance bei höchster Konzentration ist das Ziel. Ruster Ausbruch begeistert durch seine vielschichtige Aromatik und durch ein pikantes Spiel von Süße und Säure am Gaumen. So wie das Funkeln im Glas ist auch das Feuer im Wein.

Und wie schmeckt der süße Wein?

Süßer Wein

Wer glaubt, Ruster Ausbruch ist nur als Begleiter zum Dessert geeignet, der irrt: Natürlich schmeckt er sowohl zu den typisch österreichischen Mehlspeisen, aber genauso kann Ausbruch-Wein auch als Aperitiv bzw. in Kombination mit edlem Blauschimmelkäse oder etwa Gänseleber serviert werden. Gerne wird Ruster Ausbruch auch gemeinsam mit Espresso serviert. Aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit hat er dabei immer den Hauch des Unvergänglichen.

Dass der Wein eine Besonderheit ist, wussten übrigens auch schon die Habsburger, wovon die Geschichte von Rust zeugt: Die Stadt, die schon im 15. Jahrhundert mit Wein handelte, erkaufte sich im Jahr 1681 bei Kaiser Leopold I. das Stadtrecht. Gezahlt wurde damals die Summe von „60.000 Gulden sowie 500 Eimern Ruster Ausbruch“, umgerechnet 30.000 Litern des hochwertigen Weins. Grund genug, um die Tradition fortleben zu lassen.