Wissenswertes über den Weißstorch
Steckbrief
Ein Storch ist voll aufgerichtet zirka 150 cm groß und wiegt ungefähr 3 bis 4 kg. Seine Schnabellänge beträgt 15 bis 20 cm, die Flügelspannweite bis 200 cm.
Meister Adebar wird um die 30 Jahre alt und ist mit 12 bis 20 Jahren im „besten Alter“.
Brut und Jungenaufzucht
Die Jungtiere
Die lange Reise
Die Störche kommen Ende März/Anfang April nach einer Flugstrecke von rund 10.000 km in Rust an. Diese Flugstrecke wird im Herbstzug in etwa drei, im Frühjahr gar nur in zwei Monaten bewältigt. Ihr Winterquartier befindet sich im südlichen Afrika. Um den 20. August verlassen die Störche ihr Sommerquartier wieder. Jungstörche kehren erst ab dem 3. Lebensjahr, ab diesem Zeitpunkt sind sie geschlechtsreif, an ihren Geburtsort zurück.
Rust und die Störche
Störche gibt es in Rust seit etwa 1900. Anfang der 60er des 20. Jahrehunderts brüteten hier noch bis zu 40 Paare.
Für den Rückgang der Storchenpopulation in den 80er Jahren gab es verschiedenste Ursachen:
Mitverantwortlich waren unter anderen die großen Heuschreckenplagen im Winterquartier Afrika. Der Plage wurde mit großflächiger Vernichtung durch Gifte entgegengewirkt. Der Storch nahm mit dem Fressen der vergifteten Tiere selbst die Giftstoffe auf.
Auch das Futterangebot bei uns ist einerseits durch das Trockenlegen von Feuchtwiesen und andererseits durch intensive Monokulturen (Weinbau) zurückgegangen. Durch diese beiden Faktoren sind viele „Schädlinge“ verschwunden, die für den Erhalt der Futterkette wichtig waren.
Weiters wurde der Aal im Neusiedler See ausgesetzt. Er ist ein Laichräuber und frisst, wie der Storch, Frösche und Fischlaich. Seit 2004 ist das Aussetzen von Aalen im See verboten.
Durch die Senkung des Wasserspiegels des Neusiedler Sees (mitunter durch den Bau des Einser Kanals) ist der Schilfgürtel enorm gewachsen. Auch der Ackerbau wurde immer unwirtschaftlicher und man ließ so manche Felder unbewirtschaftet und ungemäht. Dadurch wurde dem Storch die Möglichkeit des Starten und Landens genommen. Außerdem wurde durch Markierungen und Zählungen festgestellt, dass maximal 20 % der Störche wiederkommen.
Das Ruster Storchenschutzprogramm
1987 wurde das Ruster Storchenschutzprogramm gemeinsam mit dem WWF ins Leben gerufen. Dieses Programm beinhaltet relativ einfache Maßnahmen, um die Storchenpopulation wieder zu erhöhen. Die seenahen Wiesen wurden wieder beweidet: 5 - 6 Monate im Jahr sind Jungrinder auf der Weide, die dort das Gras kurz halten und den Schilfwuchs eindämmen. Durch den Tritt und Dung der Rinder gibt es wieder viele Kleinlebewesen, die von der Speisekarte des Storches nicht wegzudenken sind.
Dieses Programm trug dazu bei, dass auch wieder selten gewordene Wattvögel und Graugänse bei uns Sommerstation machen. Zurzeit hat sich der Storchenbestand bei etwa 10 Paaren eingependelt.



