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Wein-Lexikon

A

Abbeeren
Auch Entrappen. Das Trennen der Beeren von den Traubenstielen (Kämme oder Rappen). 

Abfüllen
Auf die Flasche ziehen. Wein wird in Flaschen gefüllt (in der Regel mittels Kaltsterilverfahren).

Abfüllschock
Nach dem Abfüllen des Weines kann für einige Wochen eine Stumpfheit im Geschmack auftreten.

Abgang
Auch Rückgeruch. Bezeichnet den Nachgeschmack eines Weines. Man kann ihn auch in Sekunden messen. Desto länger der Nachgeschmack, desto differenzierter und kompakter der Wein.

Abgebaut
Der Wein wirkt nicht mehr frisch, hat seinen Höhepunkt überschritten.

Abgerundet
Rund; Der Wein schmeckt harmonisch.

Absetzen
s.u. Abziehen, Entschleimen

Abstich
Das Abziehen des geklärten Weines aus einem Fass vom Geläger. Besonders bei kleinen Fässern (Barriques) notwendig. Der Wein wird dadurch von Trubstoffen befreit. Sehr arbeitsintensiv.

Abstoppen
Unterbrechen der Gärung, um natürlichen Restzucker zu erhalten.

Abziehen
Der Jungwein wird vom Geläger getrennt.

Acetaldehyd
Aldehyd.

Aceton
Weinfehler; erinnert an Nagellackentferner.

Achte(r)l
0,125 Liter Wein; im Stehen zu sich genommen heißt es "Steh–Achte(r)l", wenn man gehen will und sich doch noch nicht losreißen kann; "Flucht–Achte(r)l".

Adstringierend
Ein stark tanninhältiger Wein; Gerbstoffe (zumeist bei Rotweinen) hinterläßt am Gaumen einen stark herben, manchmal bitteren Geschmack, der die ganze Mundhöhle ausfüllt. Wenn er zu stark ist, wird der Geschmack negativ beeinträchtigt. Tip: Mit Mineralwasser den Gaumen durchspülen.

Agraffe
Kleiner Drahtkorb, mit dem der Korken einer Sektflasche gesichert ist.

Aldehyd
"Sherry–Ton", oxydativer Geruch und Geschmack, wird manchmal auch positiv empfunden.

Alkohol
Im Lauf der Gärung wird der Zucker ganz oder teilweise in Alkohol umgewandelt. In einem Wein mit 12%Vol. Alkoholgehalt sind 12 Gramm Alkohol enthalten.

Alkoholisch
brandig, breit, scharfer Geschmack; negativ.

Allier
Departement in Mittelfrankreich; gefragtes Holz von dort. S.a. Barrique.

Alltagswein
in der Regel junge Weine, die im ersten Jahr nach der Lese getrunken werden und sollten; s. auch Tisch (Tafel)– und Landweine. Es sind zumeist schlichte Weine, die mit der Lagerung nicht besser werden.

Alter
Relativer Begriff für den optimalen Trinkgenuss eines Weines. Man sollte eher von Flaschenreife reden.

Almdudler
Kräuterlimonade.

Alte Welt
Europa, das Mittelmeerbecken, der Nahe Osten und Nordafrika.

Alter, Altwein
Sobald nach Martini am 11.11. der Heurige angeboten wird, heißt der vorherige Jahrgang so (beim Heurigen/Buschenschank).

Altfassgeschmack
Ältere Fässer – oder wenn das Fass zu lange leer im Keller stand – können einen muffartigen Ton im Wein hineinbringen. Wird gelegentlich fälschlicherweise auch mit Korkgeschmack verwechselt.

Altl
Ausdruck für Alters–, Reifegeschmack (Firn).

Altton
Grundsätzlich wird nach Rebsorten und Weintyp unterschieden. Burgunder–Sorten etwa entwickeln mit Flaschenlagerung ein typisches "Burgunder–Stinklerl", Barriqueausgebaute Weine im Alter Kakao– und Tee–Aromen. Eher positiv zu sehen. Weine, die überlagert sind, entwickeln negative Eigenschaften, bis hin zur Oxydation.

Amerikanische Eiche
Dieses Holz gibt einen stärkeren Geruch und Geschmack ("Bounty", Vanille) an den Wein ab, als andere Hölzer. S.a. Barrique. In Rioja (Spanien) sehr beliebt.

Ampelographie
Rebsortenkunde.

Analyse
Jeder Wein, der in Verkehr gebracht wird, muss sich einer chemischen Analyse unterziehen lassen, bei der der Wein nach bestimmten (nicht erlaubten) Zusätzen (z.B. Konservierungsmittel) untersucht wird; ebenso Alkohol, Säure etc. werden festgestellt.

Anbaugebiete
Man unterscheidet in Deutschland bestimmte Anbaugebiete, die im Weingesetz festgelegt sind. In Österreich spricht man von Weinanbaugebieten (Wachau, Krems, Kamptal, Donauland, Traisental, Weinviertel, Wien, Thermenregion, Carnuntum, Neusiedlersee, Neusiedlersee–Hügelland, Mittelburgenland, Südburgenland, Südoststeiermark, Weststeiermark, Südsteiermark).

Anreicherung
Zuckerzusatz, um den späteren Alkoholgehalt des Weines zu erhöhen. Die erlaubte Menge ist im Weingesetz festgelegt.

Anschnitt
Rebschnitt.

Antike Welt
Ägypten, Armenien, China, Griechenland, Indien, Iran, Kanaan, Kleinasien, Mesopotamien, Phönizien, Rom, Sumer.

AP
A mtliche Prüfnummer. Jeder österreichische Qualitäts– und Prädikatswein muß eine Prüfnummer tragen, wenn der Wein die amtliche Prüfung (sensorische und chemische Analyse) bestanden hat.

Aperitif
Sammelbegriff für alkoholische Getränke, die vor einem Essen gereicht werden.

Apfel–Milchsäure–Gärung
s.u. Malolaktik, Malolaktische Gärung. biologischer Säureabbau

Apfelsäure
Eine der beiden wichtigsten organischen Säuren im Wein. Ein hoher Anteil verleiht dem Wein eine frische Note, manchmal eine unreife, eine saure.

Appellation
Begriff für eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung (z.B. Appéllation Vosne–Romanée im Burgund).

Ar
1/100 Hektar.

Aroma
Stammt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich "Gewürz". Meint in der Weinansprache den positiven Geruch eines Weines. Es gibt Rebsorten, die spezifischen Geruch aufweisen (z.B. Muskat beim Muskateller oder Pfeffer im Grünen Veltliner). Bei längerer Flaschenreife entwickelt sich ein Bouquet.

Aromarad
Systematische Auflistung aller im Wein vorkommende Aromen:

Fruchtig
  • Beerenobst: Brombeere – Himbeere – Erdbeere – Schwarze Johannisbeere
  • Stein-/Kernobst: Kirsche - Marille - Pfirsich - Apfel
  • Tropische Frucht: Ananas - Banane - Mango - Papaya - Honigmelone
  • Zitrusfrucht: Grapefruit - Zitrone
  • Dörrobst: Rosinen - Dörrpflaumen - getrocknete Feigen
  • Sonstige: Erdbeermarmelade - synthetische Fruchtbrause - Methyl - Anthranilat
Vegetativ
  • frisch: Trester - frisches Gras - krautige Pflanzen - grüner Paprika - Minze - Eukalyptus
  • gekocht/konserviert: grüne Bohnen - grüner Spargel - schwarze Oliven - Artischocken
  • getrocknet: Heu - Stroh - Tee - Tabak
Karamelisiert
  • karamelisiert: Honig - Karamel-Bonbon - Butter - Sojasauce - (Bitter-)Schokolade - Melasse - Brot (brotig)
Holzig
  • phenolisch: Vanille - harzig
  • tanninhältig: Zeder
  • tanninhältig: Eiche (z.B. Allier)
  • verbrannt: rauchig - verbrannter Toast - Kaffee
Erdig
  • erdig: Staub - Pilze
  • schimmelig: modrig - schimmeliger Kork
Chemisch
  • Petroleum: Diesel - Benzin - Kerosin - Teer - Plastik
  • Schwefelverbindungen: nasse Wolle - nasses Hundfell - Schwefeldioxyd (SO2) - aufflammendes Streichholz - Feuerstein - gekochter Kohl - Stinktier - Knoblauch - Merkaptan - faule Eier (H2S) - Gummi
  • Papier: Filterschichten - nasser Karton
  • stechend: Fuselalkohol; Ethanol - Essigsäure - Ethylacetat
  • Sonstige: Sorbinsäure - Seife - Fischgeruch
Stechend
  • stechend: Alkohol
  • kühl: Menthol
Oxydiert
  • oxidiert: Acetaldehyd
Mikrobiologisch
  • heftig: Geläger - Kahmhefe
  • laktisch: Milchsäure - Schweiß - Buttersäure - Sauerkraut
  • sonstige: Mäuseharn - Pferdeschweiß
Alterstöne
Juchten – Petrol – Firn – Altl

Aromastoffe
In Österreich für Qualitätswein verboten.

Aromatisiert
s.u. Würzwein

Asche
Gesamtheit aller Mineralstoffe und Spurenelemente im Wein. Qualitätsweine müssen einen etwas höheren Aschegehalt aufweisen als Tafelweine. Nachprüfen...

Assemblage
Zusammenstellung (Verschnitt) verschiedener Bestandteile, die den späteren Wein ausmachen. Z.B. Rückverschnitt mit einem Teil Wein ausgebaut in Holz und der andere in Edelstahl. Dadurch soll ein gewünschter Weintypus erreicht werden.

Atmen
Die Weinflasche Stunden oder kurz vor dem Servieren zu öffnen, bringt nichts, da die Flaschenöffnung zu klein ist; besser ist Dekantieren.

Aufbessern
s.u. Anreicherung.

Auffüllen
Holzfässer müssen regelmäßig aufgefüllt werden, um eine Oxydation zu vermeiden.

Aufrühren
Während der Weinbereitung wird in gewissen Abständen die Hefe aufgerührt, um den Kontakt mit dem Wein zu gewährleisten.

Aufzuckern
s.u. Anreicherung

Auge
Knospe des Rebstocks.

Ausbau
Alle Kellerarbeiten von der Gärung bis zur Abfüllung.

Ausbruch
Weinstil (vor allem im Burgenland), der verwandt ist mit dem ungarischen "Aszú"=ausbrechen edelfauler (Botrytis cinerea) Beeren. Ausbruch muss mindestens 27 Grad KMW aufweisen und aus überreifen, edelfaulen und eingetrockneten Beeren stammen. Liegt quasi zwischen Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.

Ausdünnen
Im Weingarten werden zwecks Ertragsminimierung Trauben hinuntergeschnitten, um die spätere Qualität zu erhöhen. Wird teilweise schon nach der Blüte vorgenommen. Geiztrauben zu entfernen gehört auch dazu.

Ausgewogen
Harmonie von Frucht, Süße, Alkohol, Säure und Gerbstoffgehalt.

Ausg'steckt
für die periodische Öffnung eines "Heuriger"; wird durch einen am Tor angebrachten Buschen, meist aus Föhrenzweigen, angezeigt (der /die "Buschenschank")

Ausgetrunken
Bezeichnet eine Wein–Position auf der Weinkarte, die nicht mehr vorhanden ist, die entweder durchgestrichen oder mit einem Stempel "leider ausgetrunken" versehen ist.

Ausflocken
Rückstände im fertigen Wein, die unterschiedlicher chemischer Herkunft (Filterung, Zusatzstoffe) sein können. Nicht unbedingt immer ein weintechnischer Fehler. Weinkristall–Ausfall gehört nicht dazu.

Auslese
Prädikatsstufe. Qualitätswein.

Ausstich
Eine alte klösterliche Bezeichnung für das beste Fass im Keller (z.B. St. Laurent Ausstich, Chorherrenstift Klosterneuburg).

Austrieb
Öffnen der Augen (Knospen); je nach Sorte wird unter frühen, mittleren und späten Austrieb unterschieden.

Avinieren
Ein Weinglas vor dem Benutzen "weinfreundlich" machen, in dem man mit etwas Wein das Glas ausspült, um etwaigige Fremdgeruche (z.B. vom Spültuch oder Schrank herstammend) zu eliminieren.
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B

Babo
Freiherr von Babo war der erste Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule. Im Jahr 1869 entwickelte er die Klosterneuburger Mostwaage (KMW). Bacchus
Weingott der Römer.

Badener
Synonym für den Blauen Portugieser (Baden: Thermenregion).

Balsamisch
Bezeichnung für das Aroma/Bouquet. Erinnert an Harz und Weihrauch.

Banderole
Jede Flasche (mit Ausnahme von Tafel– und Landwein nach der Weingesetznovelle von 1995) muss mit einer streifen– oder kreisförmigen Banderole versehen sein; diese dient der Mengenregistrierung und muss beim Öffnen der Flasche automatisch zerstört werden.

Barrique
Kleines Eichenfass mit 225 Liter (Bordelaiser Maß, in Österreich die Regel) Inhalt. Im Gegensatz zu den großen Fässern, besitzt das kleine Fass eine größere Oberfläche zur gesamten Weinmenge und kann deswegen schneller reifen ("positive Oxydation"). Andererseits gibt neues Holz bestimmte Aromen in den Wein ab (etwa Vanille, Kakao, Schokolade, Kokosnuss), das den späteren Weintypus unterstützen kann.

Beere
Botanisch fleischige Frucht unter harter Schale; Traube.

Beerenauslese (BA)
Deutsche und österreichische Weinspezialität, vor allem im Burgenland. In Österreich mindestens 25 Grad KMW; aus überreifen und edelfaulen Trauben.

Befruchtung
Bestäubung.

Begrünen
Zwischen den Rebzeilen werden Pflanzen eingepflanzt.

Behang
Traubenansatz am Rebstock.

Bentonit–Schönung
Ein Montmorillonit–Ton; wird in der Regel zum Schönen des Weines benutzt (zumeist Weißwein), um ihn klar (keine Trübungen) zu machen. Hat mit der späteren Qualität nichts zu tun, außer man nimmt zuviel Bentonit.

Beregnung
Künstliche Bewässerung für Weingärten mit zu wenig natürlichem Niederschlag (Tropfberegnung z.B. in der Wachau).

Berggericht
Schutzmarke von Falkensteiner Winzer (Weinviertel).

Bergwein
stammt aus Weingärten mit Hangneigungen über 26 Prozent; er darf, auch wenn er sensorisch nicht die Stufe "Qualitätswein" (mind. 15 Grad KMW) erreicht, in 0,75 und 0,375 l Flaschen abgefüllt werden.

Bestäubung
Befruchtung.

Bier
Kommt in bestimmten Weinen als Bierhefe–Geschmack vor. Muss nicht fehlerhaft sein.

Biologischer Säure–Abbau (BSA)
Auch malolaktische Säureumwandlung bezeichnet, kurz: Malo. Unreife Apfelsäure wird in die weichere Milchsäure umgewandelt. Dadurch wird der Wein geschmacklich harmonischer und in sich stabiler. Angestrebt werden soll ein kontrollierter Säureabbau, da sonst unerwünschte Nebengeschmacksnoten wie Sauerkraut auftreten können. Auch sollte der Säureabbau 100ig% durchgeführt werden, da sonst Reste übrigbleiben können, die an Yoghurt erinnern.

Biowein
Aus ökologischem Weinbau stammender Wein.

Bissig
Wein mit dominanter Säure.

Bittermandel
Geruch und Geschmack nach Bittermandeln; Weinfehler (misslungene Schönung)

Bittl
Im Abgang ein bitterer Ton, der unterschiedliche Gründe haben kann. Einerseits durch Trockenschäden verursacht, andererseits durch zu stark ausgepresstes Traubenmaterial, wodurch auch Traubenkerne zerstört werden und Bittertöne abgeben. Erinnert an Mandel, Blausäure.

blanc de blanc
Weißwein (Sektgrundweine) nur aus weißen Trauben hergestellt.

blanc de noir
Weißwein (Sektgrundweine) aus Rotweintrauben. Durch sanfte Pressung wird nur der Saft herausgelöst und sofort von den Schalen getrennt, in dem sich die roten Farbstoffe befinden.

Blass
Wein mit zu geringer Farbe.

Blau
Weist in der Regel auf Rotweintrauben hin; i.Ggs. zu "Rot", meistens weiße Sorten. Auch betrunkener Zustand.

Blauburgunder
Zartblumig, elegant, lebhaft. Ein sehr zartes und dezentes Duftbild, das manchmal an Himbeeren oder Waldboden erinnert, zeichnet den eleganten Pinot Noir aus, der in Österreichs Rieden zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bedeutsam sind gut durchlüftete Standorte, denn diese Rebsorte ist gegen Fäulnis überaus empfindlich. In den letzten Jahren konnten geradezu mächtige, ausgereifte Blauburgunder erzielt werden, wobei die besten Resultate östlich und westlich des Neusiedlersees sowie in den niederösterreichischen Anbauzonen Thermenregion und Carnuntum gelungen sind, doch auch andere Gebiete bemühen sich zunehmend um diese kaprizierte Rebsorte, die auch weit besser zu lagern versteht als man aufgrund ihrer schlanken, manchmal fordernden Art annehmen sollte.

Blauer Portugieser
Traubig, weich, wenig Gerbstoff. Der Blaue Portugieser soll einst durch einen Weinhändler von Porto bis nach Niederösterreich, genauer gesagt Bad Vöslau, gekommen sein. Auch heute wird diese Rebsorte vor allem in der Thermenregion, aber auch im Weinviertel angebaut, wo sie in guten Weinjahren sehr sanfte und ausgewogene Rotweine von angenehmem Veilchenduft und harmonischem Charakter ergibt. Da sich diese Rebsorte generell sehr rasch entwickelt, sollte sie in ihrer Jugend getrunken werden.

Blauer Wildbacher
Brennnessel–artige Würze, kernig, fordernde Säure. Der in der ganzen Steiermark kultivierte Schilcher wird aus der Blauen Wildbacher– Rebe in den weitaus überwiegenden Fällen als Roséwein gewonnen. Besonders charakteristisch fällt er auf den Gneis – und Schieferböden der Weststeiermark aus, die ihm ein unnachahmlich grasig–würziges Bukett und eine zupackende Säurestruktur verleihen. Seine unbekümmert–springlebendige Art spielt der Schilcher am besten im Jahr nach der Lese aus; er sollte daher ganz jung genossen werden.

Blaufränkisch (Lemberger)
Dunkelbeerig, herb–würzig, mittlerer Tanningehalt. Der Name des Blaufränkischen stammt vermutlich aus der Zeit Karls des Großen, in der alle wertvollen Sorten als Fränkisch klassifiziert wurden. Heute wird diese Rebe im gesamten Burgenland und in Niederösterreich vor allem im Weinbaugebiet Carnuntum kultiviert; sehr prägnante Blaufränkische gedeihen etwa im als Blaufränkischland apostrophierten Mittelburgenland und im Südburgenland. Die autochthone Rebsorte ergibt in ihrer Jugend einen ungestümen, tief–fruchtigen Rotwein, der durch die Lagerung samtiger und geschmeidiger wird und zusätzliche Facetten gewinnt; er eignet sich zudem gut für den Ausbau in Barriques.

Blauschönung
Kaum mehr angewendete Schönung, die überschüssiges Eisen und Kupfer aus dem Wein entfernen soll. Früher bestanden Kellerausrüstungen oft aus Eisen, Kupfer oder Bronze. Diese Metalle wurden bei längerer Lagerung von den Säuren des Weines angegriffen. Heute zumeist ist die Blauschönung verboten, weil man vermutet, dass sich im fertigen Wein giftige Blausäure bilden könnte.

Blind
Vorstufe von trüb.

Blindrebe
Einjähriger Rebtrieb, der zur Bewurzelung in den Boden gesteckt wird und zur Züchtung dient.

Blindverkostung
Weine werden gedeckt verkostet; d.h. der Koster weiß nicht, woher und von wem der Wein ist. Die ehrlichste Verkostung, um einen Wein beurteilen zu können.

Blume
s.a. Aroma Jede Rebsorte hat ein unverwechselbares Aroma, dass poetisch auch als Aroma angesprochen wird. So gibt es aromatische Sorten (Muskateller, Sauvignon blanc, Traminer, Riesling, Muskat Ottonel), die eine ausgesprochen intensive Blume aufweisen.

Blüte
Geschein; Voraussetzung zur Befruchtung und daraus resultierenden Fruchtansatz.

Bocksbeutel
Eigenständige Flaschenform; hauptsächlich in Deutschland (Franken) verwendet.

Böckser
Ein Weinfehler, der während der Vinifikation oder im Ausbau entstehen kann und auf die Bildung von Schwefelwasserstoff zurückzuführen ist. Der Wein riecht unangenehm nach faulen Eiern bzw. nach einem angezündeten Streichholz.

Bodensatz
Depot in der Flasche/Glas.

Bodenterrassen
Natürliche Weinberganlage.

Botrytis Cinerea
Edelfäulnis, Edelschimmelpilz, typischer Geschmack von vielen Weinen hoher Prädikate, wenn Edelfäule bei vollreifen Trauben. Sonst unerwünscht (Fäulnisgeschmack, muffiger), vor allem bei Rotweinen.

Bottich
Gärständer; auch Lagerbehältnis.

Bouteille
Flasche mit 0,75 Liter Inhalt (oder 0,7 L–Flasche bis Ende 1996). Laut Gesetz dürfen Bouteillen nur mit Qualitätsweinen, bei Schilcher und Bergwein auch mit Tafel– oder Landwein gefüllt werden.

Bouqett
s.u. Aroma

Bouvier
Ursprünglich eine Tafeltraube; heute vor allem im Seewinkel (Burgenland) gelesen für unkomplizierte Jungweine, aber auch für hohe Prädikate.

Brandig
Wenn ein Wein zu alkoholisch schmeckt, spricht man vom brandigen Wein.

Branntwein
Spirituose, die ausschließlich durch Destillation zu weniger als 86%Vol. Alkoholgehalt von sortenreinem Wein oder Branntwein bzw. durch erneutes Destillieren zu weniger als 86%Vol. eines Weindestillates gewonnen wird.

Brennwein
Wein, der nur zum Herstellen von Weinbrand verwendet werden darf.

Brut
Sehr trocken (für Schaumweine gebräuchlich).

Bukett
s.u. Bouquet.

Burgunder
Eng gefasst sind die Mitglieder der Burgunderfamilie Pinot blanc (Weißburgunder), Pinot gris (Grauburgunder oder Ruländer) und Pinot noir (Blauburgunder). Entferntere Familienanghörige sind Neuburger, St. Laurent und Chardonnay.

Burgunderstinkerl
Bestimmte Weine aus den Sorten Chardonnay oder Weißburgunder können ein sortentypisches "Stinkerl" aufweisen. Kein Weinfehler.

Buschen
optisches Zeichen des "Aussteckens"; zeigt an, dass hier nur Wein aus dem Eigenbau angeboten wird; in der Wachau eine aus Stroh geflochtene Sonne, um Poysdorf (Weinviertel) Hobelscharten.

Buschenschank
andere Bezeichnung für "Heuriger"; zumeist außerhalb von Wien.

Butte
Bezeichnung für ein am Rücken getragenes Behältnis (30 bis 40 Kilogramm) während der Lese.
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C

Cabernet Franc
wurde erst 1986 als Qualitätsrebsorte zugelassen. Interessant im Verschnitt mit Cabernet Sauvignon oder Blaufränkisch. 

Cabernet Sauvignon
Waldbeeren, kraftvoll, straffer Tanninrahmen. Als erster der französischen Trendsetter unter den Rotweinreben hat der Cabernet Sauvignon Anfang der Achtzigerjahre seinen Siegeszug durch Österreichs Weinberge begonnen. Mittlerweile wird vermehrt auch auf andere Sorten à la Pinot noir, Syrah und Merlot gesetzt. Dennoch ist der Cabernet – ausreichende Reife vorausgesetzt – seiner intensiven Johannisbeerfrucht und des kraftvollen tanninreichen Geschmacksbildes wegen eine wertvolle Bereicherung der österreichischen Rotweinszene geworden. Wie kaum eine andere Rebsorte versteht er es, den Ausbau im neuen Holz zu verkraften und auch bei relativ geringfügiger Dosierung Cuvées mit anderen Rebsorten durch seine pfeffrige Würze aufzuwerten; relativ lange Lagerfähigkeit.

Cabinet
Alter Begriff für Kabinett.

Carnuntum
Österreichische Weinbauregion östlich von Wien. Besonders bekannt für seine dichten und fruchtigen Rotweine (Zweigelt, Pinot noir, St. Laurent – Marke Rubin Carnuntum) und großen, historisch wertwollen Ausgrabungen römischer Siedlungsgebiete.

Cassis
franz. Schwarze Johannisbeere (Ribisel); typisches Geschmacksmerkmal in Cabernet Sauvignon, jungen Blaufränkisch–Weinen und Sauvignon blanc.

Cercle–Ruster Ausbruch
Qualitätsgemeinschaft Ruster Winzer; Prädikat Ausbruch.

Chambrieren
Den zu trinkenden Wein auf Trinktemperatur bringen. Jeder Wein benötigt zwecks Entfaltung seine Genuß–Temperatur:
  • Chardonnay (Morillon) klassisch 8–10 Grad
  • Chardonnay Barrique 10–12 Grad
  • Grüner Veltliner jung 6–8 Grad, alt, ausgereift 10 Grad
  • Riesling jung 6–8 Grad ; alt, höhere Prädikate 9–10 Grad; ab Auslese aufwärts 10–12 Grad
  • Sauvignon blanc einfache Qualitäten 6–8 Grad; höhere Prädikate 10 Grad
  • Weißburgunder einfache Qualitäten 6–8 Grad; höhere Qualitäten 9–10 Grad
  • Welschriesling einfache Qualitäten 6–8 Grad; höhere Prädikate 9–10 Grad
  • Neuburger einfache Qualitäten 6–8 Grad; höhere Prädikate 8–10 Grad
  • Gelber Muskateller 6–8 Grad
  • Müller–Thurgau einfache Qualitäten 6–8; höhere Prädikate 9–10 Grad
  • Schilcher (Rosé) 6–8 Grad
  • Rosé 6–8 Grad
  • Blauer Burgunder (Pinot Noir); jung, einfach 13; alt, gehaltvoll 15 Grad
  • Blauer Portugieser 12–13 Grad
  • Blauburger 13–14 Grad
  • Blaufränkisch 12–14 Grad
  • Cabernet Sauvignon/Cuvées einfache Gewächse 14–15; gehaltvolle Weine 16 Grad
  • St. Laurent einfache Qualitäten 12–14 Grad; höhere Qualitäten 14–16 Grad
  • Zweigelt 12 Grad
  • Eiswein, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Ausbruch, Strohwein 9–10 Grad
Champagnermethode
Nicht mehr zulässiger Begriff für die Flaschengärung von Schaumwein.

Chaptalisieren
s.a. Aufbessern. Vom Franzosen Chaptal eingeführte kellertechnische Maßnahme mittels Zuckerzusatz um den späteren Alkohol zu erhöhen. Später um Mitte des 19. Jahrhunderts durch Ludwig Gall in Deutschland unter der Bezeichnung "Aufbesserung" eingeführt.

Chardonnay
Saftige, exotische Frucht, voluminös, pikant. In der Steiermark, wo er eher frische, zartblumige Weine liefert, wird der Chardonnay unter der Bezeichnung Morillon schon sehr lange kultiviert. In den letzten Jahren hat er aber auch in Niederösterreich, dem Burgenland und in Wien stark an Bedeutung gewonnen. Im Duft an Weißbrot und Dörrobst erinnernd, ergibt er sehr kräftige, extraktreiche Weine, die auch bei hoher Reife noch eine angenehme Säure besitzen; er gewinnt mit zunehmender Flaschenreife noch an Niveau und eignet sich optimal für die internationale Stilistik, d.h. malolaktische Fermentation und forcierte Barrique–Lagerung. Dennoch nimmt der klassische Ausbau in Österreich eine wichtige Stellung ein.

Charmat
Verfahren der Schaumweinherstellung, bei dem die Zweitgärung in einem Drucktank vor sich geht, auch als Tankgärungssverfahren bezeichnet.

Chlorose
Blattkrankheit; gelbe Blätter(Ursachen: zu hoher Kalkgehalt, zu lange Regenperioden, ungenügende Bodenbearbeitung).

Connaisseur
Franz. Weinkenner.

Cru
Franz. Lage (Riede).

Cuvée
Im ursprünglichen bedeutet das franz. Cuve einen Behälter voll Wein. Heute zumeist ein Verschnitt von zwei oder mehreren Weinen; nicht Rebsorten!
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D

DAC
Ein Diskussionsmodell über eine Neuordnung der österreichischen Weinanbaugebiete; Qualitätswein DAC ("Districtus Austria Controllatus") auf der Basis der derzeitigen 16 Anbaugebiete mit den derzeitigen Qualitäts–Anforderungen laut Gesetz. Innerhalb der drei großen Anbaugebiete (Niederösterreich, Burgenland und Steiermark) können – von den Produzenten im Rahmen der Selbstbestimmung – eigene Anbaugebiete abgegrenzt werden. Diese Weine tragen die Bezeichnung "DAC". Z.B. DAC Gumpoldskirchen. 

Dauben
Zugeschnittene und gebogene(unter Dampf) Bretter, die beim Fass die Wandung bilden.

Degorgieren
Kommt bei der traditionellen Flaschengärung von Schaumweinen zum Einsatz. Nach Beendigung der zweiten Gärung werden die Flaschen horizontal für unterschiedliche Zeit gelagert. Schließlich muß – aus optischen Gründen – die Hefe wieder aus der Flasche entfernt werden; dazu wird sie erst einmal im Flaschenhals gesammelt. Klassisches Verfahren dafür ist das Rütteln: In speziellen Rüttelpulten werden die Flaschen täglich von der waagrechten Position ein Stückchen mehr auf den Kopf gestellt und dabei gedreht. Um den Rückstand aus dem Flaschenhals zu entfernen, bedient man sich heute üblicherweise der Gefriermethode (Méthode à la glace); dabei wird der Flaschenhals kurz eingefroren, die Flasche geöffnet und dabei der gefrorene Rückstand herausgeschleudert.

Degustation
Verkosten von Weinen.

Dekanter
Behältnisse (zumeist Glaskaraffen), in denen der Wein dekantiert wird, im Unterschied zur Karaffe, worin eine Flüssigkeit aufbewahrt wird.

Dekantieren
Methode, um einerseits den Rotwein vom Bodensatz (Depot) zu trennen, andererseits um den Wein Luft, Sauerstoff zu geben, damit er sich besser entfalten kann. Letzteres auch für kräftige Weißweine im jugendlichen Stadium sehr empfehlenswert.

Dekantierkorb
Ein Behältnis, in dem der zu trinkende Wein liegend aus dem Keller (oder Weinschrank) vorsichtig hineingelegt wird, um den Bodensatz nicht aufzuwirbeln.

Depot
Auch Bodensatz. Selten bei Weißweinen (Weinstein), sondern in Flaschen bei Rotweinen älterer Jahrgänge und spezifischem Ausbau (traditonell und unfiltriert abgefüllt). Depot besteht aus abgestorbenen Mikro–Organismen, die Farbstoff angenommen haben und deshalb sichtbar sind. Im Genuß wirken sie sich negativ aus, da sie sich am Gaumen niederlegen, ähnlich wenn man den Kaffeesud mittrinkt. Der Wein an sich ist in Ordnung; deshalb sollte die Flasche dekantiert werden.

Diabetikerwein
Erlaubte Bezeichnung für Weine mit bis zu 4g/l Restzucker, die meisten trockenen Weine sind also "Diabetikerweine".

Digestif
Alkoholisches Getränk, das nach dem Essen (meist zum Kaffee) gereicht wird (z.B. klare Brände).

Dionysos
gr. Weingott; s.u. Bacchus.

Direktträger
Widerstandsfähige Ur–Reben, die der Reblaus widerstehen konnten. Aus ihnen wird der "Uhudler" gekeltert, eine Spezialität aus dem Südburgenland.

Domaine
(Domäne) franz. Landgut. Vor allem in Burgund gebräuchlicher Begriff für Weingut.

Domäne
Begriff im deutschen Weinbau.

Doppel–Magnum
Dreiliterflasche.

Doppler
Traditionelle Flaschenform ("Magnum des kleinen Mannes" – "Österreich–Magnum") mit einem Inhalt von 2 Litern.

Dosage
Die letzte einem Schaumwein zugesetzte Beimischung zum Auffüllen der Flasche und Bestimmung für die Süße:
  • Extra trocken: unter 6 g/l
  • Trocken: unter 15 g/l
  • Extra trocken: 12-20 g/l
  • Trocken: 17-35 g/l
  • Halbtrocken: 33-50 g/l
  • Süß: über 50 g/l
Es gibt auch Schaumweine ohne Dosage.

Dry
trocken

"Drüber"
wenn der Wein drüber ist, ist er nicht mehr zum genießen, gestorben.

Dünn
Alkohol– und körperarmer Wein.

Durchgegoren
Der im Most enthaltene Zucker ist fast gänzlich in Alkohol umgewandelt

Durchrieseln
Verrieseln; abfallen von Rebenblüten (Gescheinen).
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E

E
EU–Norm; seit 1977 für alle Mitgliedsstaaten verbindlich; z.B. e 0,75 cl. 

Echter Mehltau
Pilzkrankheit.

Eckig
Unharmonisch; gehaltvolle Weine entwickeln erst mit Flaschenreife Harmonie.

Edelfäule
Die angenehmste Form von Botrytis–Befall (Schimmelpilz) überreifer Beeren, die dann die hochkomplexen Süßweine der Welt ergibt (vor allem Burgenland (Seewinkel, Rust), Thermenregion; in den letzten Jahren auch aus der Wachau und aus dem Kamptal.

Edelfirnig
Ein Wein mit mehrjähriger Flaschenreife, der neben den Primär–Aromen Tertiär–Aromen entwickelt hat. Für Genießer ein Trinkgenuß.

Edelreiser
Der einjährige, obere Teil eines Rebstockes (europäische Edelsorten) während der Veredelung.

Edelsüße Prädikatsweine
s.a. Edelfäule. Darunter versteht man in Österreich allgemein die Qualitätsstufen Auslese, Beerenauslese, Ausbruch, Trockenbeerenauslese, Eiswein und Strohwein.

Efeu
Geruch nach feuchtem, geschnittenem Gras. Vom Mehltau herrührend. Nicht unbedingt negativ.

Eichenholz
Während der Ausbauzeit gibt das jeweilige (junge!) Holz Geruchs– und Geschmackskomponente an den Wein ab, ebenso Tannine.

Eine klassische Cuvée
Es gibt Rebsorten, die miteinander harmonieren, und andere weniger. Eine Sorte hat Vorteile, die eine andere nicht hat, dafür wiederum Vorteile, die die andere nicht hat (Reife, Frucht, Tannine etc.) Gute Beispiele beim Weißwein sind Weißburgunder und Grauburgunder, Rotgipfler und Zierfandler (Spät–Spätrot); bei den Roten etwa Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon, Zweigelt und Cabernet Sauvignon und/oder Syrah, und/oder Merlot.

Einzellage
Bezeichnung für eine bestimmte Weinberglage (Ried(e) in Österreich), im Gegensatz zur Großlage.

Eisen
Kommt in bestimmten Weinen als Bodengeschmack vor (z.B. Eisenberg, Südburgenland).

Eisheilige
Mitte Mai besteht die Gefahr von Spätfrösten. Eisheilige: Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie (12. Bis 15. Mai).

Eiswein
Eine österreichische Wein–Spezialität (Wagram, Weinviertel, Burgenland). Mindestens 25 Grad KMW und die Trauben müssen bei Lese und Kelterung mindestens gefroren sein (in der Praxis mindestens 8 Grad minus). Und zwar naturgefroren, am Stock, wie in Deutschland. In anderen Ländern ist anderes erlaubt, etwa in Amerika, wo Trauben in Kühlhäusern gefroren werden oder in Frankreich mit dem Cyroextraction–Verfahren.

Eiweißschönung
Bei Rotweinen zwecks Klärung angewendet. Durch seinen hohen Albiumgehalt ist die Weiße des Hühnereis besonders gut geeignet, da es die herben und bitteren Tannine stärker an sich bindet, als die weicheren.

Eiweißtrübung
Ausfall von Eiweiß; entsteht auch, wenn der Wein zu warm gelagert wird.

Elegant
Ein subjektiver Ausdruck von Feinheit, wie in der Modewelt.

Elfer–Messe, in die Elfer–Messe gehen
Besuch eines Heurigen, der sonntags am Vormittag nach der Heiligen Messe (um 10.00 Uhr) schon geöffnet hat.

Entrappen
s.u. Abbeeren, Rebeln.

Entsäuerung
Verringerung oder Umwandlung der im Wein enthaltenen Säuren (vor allem Apfelsäure).

Entschleimen
s.u. Abziehen.

Erdig
Allgemeiner Ausdruck für Weine mit ausgeprägtem Bodenton, z.B. Löß.
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F

Fad
schal, abgestanden. Auch Gemütszustand. 

Fahnenschwinger
Name eines Rotweines (Blaufränkisch) aus Neckenmarkt (Mittelburgenland).

Falkensteiner Bergericht
Qualitätsvereinigung aus dem Weinviertel.

Falscher Mehltau
Peronospora; Pilzkrankheit.

Farbe
Sagt viel über den Wein aus. So werden Rotweine mit den Jahren der Lagerung blasser, dagegen die Weißweine dunkler.

Fassgrößen
Barrique (Bordeaux) 225 L

Fasslrutschen
Brauchtum in Chorherrenstift Klosterneuburg (Donauland) am 15. November (Leopoldi–Tag = Ehrentag des Landespatrons).

Fechsung
altösterreichischer Ausdruck für das Abbeeren der Trauben.

Federspiel
EINE DER DREI EXKLUSIV WACHAUER WEINKATEGORIEN (Siehe auch Steinfeder und Smaragd) ursprünglich Begriff aus der Falknerei, die in der Wachau Tradition hatte eine simulierte Beute, die der Falkner über dem Kopf schwang, um so den auf die Jagd abgerichteten Raubvogel auf die Hand zurückzulocken. Die Federspiel Weine sind mittelkräftig, trocken mit einem Alkoholgehalt bis zu maximal 12,5%:

Feinburgunder
Andere Bezeichnung für Chardonnay; vor allem in der Wachau.

Feinhefe
Der beste Teil der Weinhefe.

Feinzisellierte Säure
wenn die Fruchtsäuren (Apfel– und Weinsäure) harmonisch wirken.

Feminin
Subjektive Bewertung von Weinen, die Attribute des weiblichen Geschlecht bezeichnend; außer die eines Frauenfeind.

Fermentation
s.u. Gärung

Feurig
Bestimmte Weine aus bestimmten Gebieten wirken "feurig" am Gaumen; abhängig vom Alkoholgehalt und Bodenbeschaffenheit (Schiefer, Feuerstein).

Filtergeschmack
Kartongeschmack; entstanden durch unsachgemäße Behandlung.

Filtration
Klären eines Weines.

Finale
Abgang.

Finesse
Feinheit, subtil, vornehm.

Firne
Alterston; nicht unbedingt negativ.

Flasche (Bouteille)
Glasflaschen sowie Kork wurden im 17. Jahrhundert entwickelt. Beide schützen den Wein vor Oxydation, optimal ist die dunkle Flasche. Einige ältere Flaschen (Spanien) werden von einem Drahtnetz umspannt; das soll die Flasche bei der Lagerung schützen (auch Etikett). Tip: Angebrochene Flaschen lassen sich verschlossen einige Tage aufbewahren.Schneiden Sie am oberen (dünneren) Ende ein Stück Kork ab und treiben Sie den Korken fest in die Flasche. Für Sektflaschen gibt es eigene Dichtverschlüsse.

Flaschengärung
Zweite Gärung in der Flasche bei der klassischen Méthode champenoise (Schaumweine).auch bei hochwertigem Sekt üblich.

Flaschenreife
Der Zeitraum, den ein Wein in der Flasche lagert.

Flüchtig
Das Bukett hält nicht lange.

Flüchtige Säuren
Gasförmiger Zustand eines festen Stoffes (z.B. Essigsäure), der riechbar ist.

Flurname
s.u. Ried(e)

Fox–Ton (fuchsig)
eigenständiger Geruch bei Weinen von Direktträger (Hybriden), der eher an feuchten Tierfellen als an Frucht erinnert.

Fremdgeschmack
Unsauber, krank. Nicht zu verwechseln mit einem Geschmack, der einem unbekannt ist.

Frizzante
aus dem italienischen: perlend, im Gegensatz zu spumante = schäumend.

Frostgeschmack
Weinfehler; erinnert an Muffton bzw. Korkgeschmack.

Fruchtansatz
Befruchtete Blüten.

Fruchtschmelz
bei hochwertigen Weinen entsteht am Gaumen ein dichter Fruchtgeschmack mit einem schmelzigen Nachgeschmack.

Fruchtzucker
Fructose.

Frühlese
Zur Gewinnung von Traubenmost und Sturm; aber auch witterungsbedingt (z.B. Fäulnis).

Fülle
s.u. Körper

Füllkrank
auch Füllschock; kurz nach der Abfüllung kann der Wein geschmacklich gestört sein.

Fungizide
Spritzmittel zur Bekämpfung von rebschädigen Pilzen (etwa Oidium).

Fuselstoffe
Nebenprodukte der alkoholischen Gärung; steht auch für qualitätsmäßig bedenkliche Produkte.
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G

Ganztraubenpressung
Art der Vergärung, bei der auf das Abbeeren der Trauben verzichtet wird. Bei der Weißwein–Produktion in Österreich in den letzten Jahren vermehrt eingesetzt. Der Vorteil liegt in säurearmen Jahrgängen, um Säure, Frische, Frucht zu erhalten. Der Alkoholgehalt und Extraktgehalt verringern sich dabei geringfügig. 

Garagenwein
Moderner Begriff für eine geringe Produktionsmenge eines bestimmten Weines; meistens sehr teuer.

Gärbehälter
Behältnisse (Holz, Beton, Edelstahl) für das Vergären von Wein.

Gärung; gekühlte/kontrollierte
Die alkoholische Gärung bei Wein läuft durch Umwandlung von Zucker in Äthylalkohol mittel eines sauerstofffreien Stoffwechsels von natürlicher und/oder künstlicher Hefe unter Freisetzung von Kohlendioxid ab. Eine bestimmte Temperatur darf nicht überschritten werden, da sonst die Gärung zu stürmisch (besonders bei großen Behältern) und schnell von sich geht und wertvolle Weinbestandteile verloren gehen, andererseit ungewünschte Nebenstoffe sich entwickeln können. Dieses vermeidet man durch kühle Keller, weiters durch Wasserkühlung oder Glykol (schneller, aber teurer als Wasser) der Behälter (Stahltanks). Die Gärung kann – je nach Jahrgang, Gärtemperatur, angestrebter Weintypus – von ein paar Tagen über mehrere Wochen, Monaten bis Jahre dauern (z.B. bei hochwerigen Süßweinen). Bei bestimmten Weinen (etwa Portwein) wird die Gärung mittels Branntwein abgestoppt, um einen Restzucker zu behalten.

Geiztrieb
Im Sommer unerwünschte Jungtriebe, deren Frucht (Traubenansatz) entfernt werden müssen, da sie sonst in Konkurrenz zu den Haupttrauben stehen (Wasser und Nährstoffe).

Geläger
Trubstoffe, die nach dem Abziehen des Weins als Bodensatz im Fass oder Tank zurückbleiben. S.a. Geläger–Brand.

Gelber Muskateller
Sehr traubig, schlank, rassig Kräuterbouquet. Obschon er nach seiner Verbreitung immer noch eine Rarität darstellt, hat diese Spielart der Muskat–Familie in den letzten Jahren immer mehr Interesse erweckt. Schon in der Nase von sehr intensiver Traubigkeit geprägt, erinnern viele Muskateller an Zimt und Zitrusschalen; am Gaumen sind sie im Allgemeinen schlank bis kompakt gehalten, charakteristisch ist eine nervige Säurestruktur. Die bekanntesten Muskateller–Standorte liegen in der südlichen Steiermark, aber auch in der Wachau und rund um den Neusiedlersee setzt man zunehmend auf diese individuelle Rebe, deren Weine eher jung genossen werden sollten.

Gemischter Satz
Früher sagte man: eine Rebsorte im Weingarten ist eine Geige, der gemischte Satz aber (mehrere Rebsorten) ein Orchester. Der traditionelle "Gemischte Satz", der für Schankweine gang und gäbe war und teilweise heute noch ist, wird gekeltert aus Trauben verschiedener Sorten, die in einem Weingarten gemischt stehen und gemeinsam gelesen und ausgebaut werden. Ein Klassiker beim Heurigen oder in der Buschenschank.

Geranienton
Fehlton im Wein; Geruch und Geschmack nach Geranien, verursacht Milchsäurebakterien.

Gerbstoff
Man unterscheidet Gerbstoffe, die von den Traubenkernen und den Beerenschalen stammen; weiters zwischen reifen und unreifen Gerbstoffen. Letztere schmecken holzig, bitter und decken die Frucht zu. Reife Gerbstoffe sind auch für die Flaschenlagerung zwecks Stabilisierung wichtig.

Gerebelt
Trauben werden ohne Stiele gepreßt. Abbeeren; die Beeren vom Kamm befreien.

Geruch
Aroma, Bukett, Duft.

Gesamtalkohol
Summe des wirklich vorhandenen und potentiellen (Restzucker) Alkohols.

Gesamtextrakt
Summe der Weinbestandteile, die bei Erhitzung auf 100 Grad C. sich nicht verflüchtigen. Mindestwerte sind im Weingesetz für Qualitätswein und für Landwein festgelegt.

Gesamtsäure
Titrierbare Säure.

Geschein
Wenn es im Juni in den Weingärten duftet Blüte der Weinrebe. Blütenstände der späteren Beeren.

Geschmack
subjektive Wahrnehmung; es gibt sechs elementare Geschmacksempfindungen: salzig, süß, sauer, bitter, usw.

Gespritet
Bei der Erzeugung mit zusätzlichem Alkohol angereichert (z.B. Portwein).

Gestaubter
auch Staubiger; Jungwein, unfiltriert.

Gestoppt
Gärung wurde unterbrochen; Restzucker bleibt erhalten.

Getoastetes Barrique
Um die Dauben zu einem Fass zusammenfassen zu können, müssen sie über einem offenen Feuer gehalten werden ("getoastet"), damit das Holz "weich" wird. Je nach Wunsch kann es leicht, mittel oder stark gebrannt werden. Die darin ausgebauten Weine nehmen dann Toasting–Geschmacksstoffe in sich auf.

Gewürztraminer
auch Traminer; Qualitätsrebsorte vor allem in der Südoststeiermark (Klöch) und in der Südsteiermark. Teilweise auch im Burgenland und im Weinviertel.

Gipfeln
s.u. Wipfeln

Glühwein
Beliebt in den kalten Jahreszeiten; aus Rot– oder Weißwein mit Würzstoffen.

Gleichgepresster
Weiß– oder Roséwein aus blauen Trauben (die Schalen geben die Farbe, der Saft ist weiß).

Glöger
Heferückstand.

Glühwein
Beliebt in den kalten Jahreszeiten; aus Rot– oder Weißwein mit Würzstoffen.

Glykol
Chemische Verbindung mit hoher Viskosität, die u.a. als Frostschutzmittel und als Kühlmittel bei der Vergärung verwendet wird. Eine Substanz, die auch in kleinen Mengen in Beeren enthalten ist. Ähnelt dem Glyzerin, nur Glykol ist in höheren Mengen giftig.

Glykolsäure
eine hochwertige Säure im Wein in kleinster Menge.

Glyzerin
Dreiwertiger, wertvoller Alkohol; s.u. Kirchenfenster.

Goldmedaille
Wie auch im Sport eine der höchsten Auszeichnungen bei diversen Wein–Prämierungen (z.B. Goldmedaille der Niederösterreichischen Landesweinmesse).

Grand Cru
Großes Gewächs; ursprünglich nur für französische Weine (etwa Burgund) verwendet. Mittlerweile auch in Österreich stellvertretend benutzt für den (angeblich) größten Wein eines Jahrgangs/Betriebes.

Grappa
Tresterbrand (Italien)

Grasig
Geschmack von unreifen Wein.

Grasnarbe
Begrünung.

Graufäule
Grauschimmel; negative Botrytis (unreife Beeren werden befallen).

Gris, Pinot
Ruländer / Pinot gris / Grauburgunder. Ist eine der edelsten Rebsorten und stellt höchste Ansprüche an Boden und Lage. Wahrscheinlich stammt er aus Frankreich (Burgund). Nach Österreich kam er im 14. Jahrhundert durch die Zisterzienser–Mönche von Stift Heiligenkreuz. Kaiser Karl IV. brachte 1375 Pinot–Gris –Setzlinge nach Ungarn, wo der heute noch gültige Sortenname Szürkebarat ("Grauer Mönch") auf die grauen Kutten der Ordensmänner hinweist. Der deutsche Name Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland aus Speyer zurück, der den Grauburgunder 1711 erstmals in der Pfalz kultivierte. Der Ruländer kann hierzulande, besonders in der Steiermark, im Kamptal und im Burgenland, sehr gute Qualitäten erbringen, leider ist er eher selten ausgepflanzt – weniger als ein Prozent der gesamtösterreichischen Rebfläche ist mit ihm bestockt. Charakteristisch sind sein hoher Extraktgehalt mit meist geringer Säure und eine ausgeprägte Geschmacks–Nuance von Schokolade am Gaumen bei ausreichender physiologischer Reife der Trauben. Der Grauburgunder eignet sich bestens zur Cuvéesierung mit Weißburgunder, in der trockenen wie in der süßen Vinifizierung.

Groß
Bezeichnung für Spitzenqualität.

Großheuriger
gemeinsames Auftreten der Winzer eines Ortes an einem bestimmten Platz (Straße, Festplatz...). Beliebt als Familienausflug.

Großlagen
Eine Gruppe beieinanderliegender Weinberglagen.

Grün
Unreifer Wein.

Gründüngung
In bestimmten Lagen (Hang– und Terrassenlagen) ist es notwendig den Boden zwischen den Rebzeilen zu begrünen (jede Zeile oder jede zweite), wegen Gefahr von Bodenabschwemmungen bei starken Regenfällen.

Grüner Hahn
Qualitätsverband aus dem Weinviertel.

Grüner Sylvaner
Im Jahr 1665 brachte der damalige Abt von Rein die Sylvaner Rebe nach Ebrach/Franken, dem damaligen Mutterklostert. Sie kam aus dem Teil der Steiermark, der 1918 zu Jugoslawien kam. In Würzburg findet sich eine Inschrift, wonach der damalige Abt von Ebrach, Albert Degen, diese Rebe in Franken verbreitet. War im Burgenland jahrhundertelang von großer Bedeutung, ebenso in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert weitflächig ausgepflanzt. Als für die Hochkultur wenig geeignete Sorte ist er fast ausgestorben, wird jedoch in letzter Zeit aber wieder vermehrt ausgesetzt und ergibt zartfruchtige, jung zu trinkende Weine.

Grüner Veltliner
Pfeffrige Würze, fruchtbetont, nahezu immer trocken, enormes Potenzial. Ein Drittel der gesamten Weinbaufläche nimmt der Grüne Veltliner ein, der damit die mit Abstand häufigste Rebsorte Österreichs darstellt. Diese typisch österreichische Spezialität finden Sie vor allem in den niederösterreichischen Weinbaugebieten nördlich der Donau, wie etwa im Weinviertel, Traisental, Kamptal, Kremstal, Donauland, in der Wachau oder in Wien. Das Spektrum des Grünen Veltliners ist relativ weit reichend: es beginnt bei leichten, spritzigen Weinen, die am besten jung getrunken werden, und reicht bis zu kraftvollen, substanzreichen Gewächsen, die auch lange gelagert werden können. Neu (und erfolgreich) ist das Bemühen, diesen mächtigen Veltliner–Typ durch Barrique–Reifung abzurunden.

Grünfäule
Traubenkrankheit; unreife Beeren werden vom Pilz befallen (Ursachen: Hagel, Sauerwurm).

G'spritzter
Mischung von trockenem Wein, vorzugsweise die Sorten Grüner Veltliner oder Welschriesling, mit Sodawasser oder Mineralwasser im Verhältnis 1:1 (Schorle in Deutschland). Bekömmliches, anregend leichtes Getränk für die heiße Jahreszeit.

Gumpoldskirchner Königswein
Marke des Markenschutzverbandes Gumpoldskirchen (Thermenregion).

Gutsabfüllung
Nach dem Gesetz muß der Abfüller auf dem Etikett genannt werden.

Guyot
Doppelstreckbogen.

Gyropalette
Metallkasten für die Alternative zum manuellen Rütteln von Champagner(Sekt)Flaschen, um die Hefe in den Flaschenhals zu konzentrieren.

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H

Halbsüß
lieblich; 12 bis 45 g/l Restzucker. Halbtrocken
max. 18 g/l Restzucker.

Haltedauer von Weißweinen
Je nach Qualitätsgüte und Vinifizierung können trocken ausgebaute Weine jahrelang gelagert werden, ohne an Primärfrucht zu verlieren (Grüner Veltliner, Riesling, Burgundersorten, Malvasier, Roter Veltliner, Müller–Thurgau, Traminer, Zierfandler). Im hohen Prädikatsbereich bis zu 20 Jahren und länger.

Hanglagen
"Bacchus amat colles" (Bacchus liebt die Hügel) hieß es schon im alten Rom. Daran – auch nicht in Österreich – hat sich bis heute nichts geändet.

Hanstag
27. Dezember; bei der Heiligen Messe wird der neue Wein dem heiligen Johannes geweiht. Durch den Brauch bleibt der Wein von Unheil und Frevel verschont.

Harmonie
Wünschenswertes Gleichgewicht aller Eigenschaften.

Hart
Jugendlicher Wein mit hohem Säuregehalt.

Haustrunk
Quasi der Wein, der nach dem Abpressen noch einmal durch ein Abpressen der Trester erzeugt wird und nicht im Verkauf kommt, da er den Qualitäts–Ansprüchen nicht entspricht. Bleibt dem Winzer, seiner Familie und Arbeitskräften als Jausenwein vorbehalten.

Hauer
Winzer, Weinhauer, abgeleitet von der "Haue", mit der der Weingarten noch vereinzelt traditionell bearbeitet wird.

Hauersekt
Darf in Österreich nur für Qualitätsschaumwein bestimmter Anbaugebiete (Sekt b.A.) verwendet werden.

Hauptlese
Je nach Witterungsverlauf der wichtigste Erntedurchgang.

Heckenklescher
Volkstümlicher Ausdruck für Weine, die den Gast umhauen. (Hecke=Strauch; kleschen=hineinfallen). Vor allem die Sorte Blauer Wildbacher (Schilcher aus der West–Steiermark) hatte diese Bezeichnung.

Hefe
Am Gärvorgang beteiligte Mikroorganismen. Wilde Hefen stammen aus der Natur und befinden sich auf den Traubenschalen. Weiters werden Reinzuchthefen (Kulturhefen) verwendet. Nach der Gärung setzt sich die absterbende Hefe auf dem Boden des Fasses ab (Geläger).

Hefeabstich/–abzug
s.a. Abziehen.

Hektar
10.000 m2.

Hektoliter
100 Liter.

Herb
Trocken, säurebetont (bei Weißwein); tanninbetont (bei Rotwein).

Heu– und Sauerwurm
Raupen des Traubenwicklers; Traubenschädlinge.

Heurige
Frühkartoffeln

Heuriger
einerseits der Wein des letzten Jahrgangs und andererseits der "Buschenschank", in dem dieser Wein serviert wird. Am Festtag des Hl. Martin – "Martiniloben" (Martiniganslessen), dem 11. November, wird der Wein der letzten Lese als "Heuriger" zum ersten Mal ausgeschenkt; der vorgehende Jahrgang wird zum Altwein

Heurigenexpreß
Wiener Straßenbahnlinie 38 nach Grinzing, für die, die es besonders eilig haben, um zu ihrem Heurigen zu kommen.

Hiatabam
Zeichen, daß ein Weinhüter die reifenden Trauben im Herbst vor Dieben bewacht(e).

Hochfärbig
Durch Oxydation hochfärbiger Wein (dunkelgoldgelb bis Mahagoni). In der Regel haben diese Weine ihren Höhepunkt der Trinkreife überschritten.

Hochkultur
Erziehungsform der Rebstöcke, die in Abständen von 3 – 3,5 m x etwa 1 m gepflanzt und mit 120 – 140 cm hohen Stämmen auf Drähten hochgezogen werden. Vorteile: leichte maschinelle Bearbeitung, höhere Erträge; geringere Frostgefährdung. Ein ers ter Versuchsweingarten mit Hochkultur wurde von Lenz Moser bereits 1923 angelegt. Seit Ende der fünfziger Jahre setzte sich die Hochkultur in allen Weinbauregionen Österreichs durch, wird aber in letzter Zeit zunehmend durch die Mittelhochkultur abgelöst.

Holz
Junges Gebinde–Holz (1–3 jähriges gibt Geschmack in den Wein ab (z.B. Vanille).

Hybride
Direktträger. Nachkommen zweier verschiedener Rebenspezies im Gegensatz zu Kreuzungen zwischen zwei Sorten derselben Spezies. Hybriden sind nach EU–Regeln für die Qualitätsweinproduktion nicht zugelassen.
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I

Impériale
Übergroße Flasche mit einem Inhalt von acht Normalflaschen. 

Internationale Stilistik
oft gemeint ist die Vinfikation (z.B. Barrique, Säureabbau, hoher Alkohol tec.), die international sich erfolgreich durchgesetzt hat. Vergleichbare Weintypen, z.B. Bordeaux–Stil.

Interspezifische Rebsorten
Kreuzungen verschiedener Rebspezies z.B. vitis vinifera und vitis lambrusca wichtig für Reblausresistenz bei Unterlagsreben

Inversion
Temperaturumkehr; klimatische Erscheinung; aufgrund von Nebelbildung bleibt es im Tal kalt, über der Wolkengrenze ist es sonnig und wärmer.

Irxen (Geizer, Geizrebe, Geiztraube)
Trauben von Seitentrieben, die meist grün bleiben; gelegentlich wird daraus "Irxenwein" erzeugt.
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J

Jahrgang
Muß auf dem Etikett angegeben werden.

Jeroboam
Große Flasche; entspricht vier Normalflaschen.

Joch
Flächenmaß im Weinbau; 5,7 Hektar.

Joghurt–Aroma
Weinfehler; verursacht während der malolaktischen Gärung.

Jubiläumsrebe
Weißweinsorte mit geringer Bedeutung; Kreuzung Blauer Portugieser x Blaufränkisch.

Jungfernlese
Erste Lese eines neuausgepflanzten Weingartens.

Junker
Jungwein–Typus aus der Steiermark; besitzt in den letzten Jahren einen Kultusstatus wie früher Beaujolais –Primeur.
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K

K & K
Kamptal–Klassik; Markengemeinschaft im Kamptal.

Kabinett
Qualitätswein mit einem Mindestmostgewicht von 17 Grad KMW, Aufbesserungsverbot, Alkoholgehalt höchstens 12,7 Vol% und Restzucker höchstens 9 g/l; Export nur in Flaschen möglich. Zählt im Gegensatz zum deutschen Weingesetz nicht zu den Prädikatsstufen.

Kahmig
Fehlerhafte Weine.

Kaisermischung
Mischung aus Wein und Apfelsaft. In der Oststeiermark als Erfrischungsgetränk beliebt.

Kaliumsalz
s.u. Weinstein

Kaltvergärung
s.u. Gärung

Kamm
Stil des Blütenstands; Rappen.

Kapselabschneider
Nützliches Hilfsmittel, um die Kapsel (aus Kunststoff, Stanniol, Blei) sauber abzuschneiden.

Käse
Einerseits durch Gärfehler erzeugter Geschmack, andererseits Reifeton in bestimmten Rotweinen.

Kellergasse, Kellerviertel
Das sind kleinere, oft jahrhundertealte Kelleranlagen, meist an Ortsrändern nebeneinander angelegt. Das Presshaus liegt knapp unter dem Erdniveau. Der so genannte Kellerhals verbindet die vorderen Räume mit dem eigentlichen Lagerkeller, in dem die gleich bleibende Kellertemperatur herrscht. Vor allem in Niederösterreich und im Burgenland gibt es viele dieser romantisch anmutenden Kelleranlagen.

Kellergassenfest
Fest in einer Kellergasse mit "offenen Kellertüren", Weinkost, Umzug ...

Kellerpartie
Gemütliches Beisammensein in einem Hauerkeller; beliebter Wochenendtrip der Österreicher zu "ihrem" Winzer.

Kellerschimmel
"cladosporium cellarii", ein spezifischer Pilz, der in feuchten Kellern zu hause ist und sich von Alkohol in der Atmosphäre nährt. Am Flaschenhals verlangsamt er die Reifung und schützt den Korken.

Kellertemperatur
Optimale Temperatur zwischen 8 und 10 Grad C. Je niedriger die Temperatur ist, desto langsamer entwickelt sich der Wein. Bei zu hoher Temperatur Gefahr von Oxydation.

Kellertraube
Trauben für die Gewinnung von Wein. I.Gg. Tafeltraube.

Keltern
Abpressen; Kelter=Presse. Früher hauptsächlich händisch mit der Baumpresse, heute maschinell mit modernen Zentrifugen.

Kerner
Kreuzung von Trollinger x Riesling (1929), vor allem in der Südsteiermark beheimatet. Geringe Bedeutung.

Kerzenfiltration
Die schonendste, aber auch teuerste Methode, einen Wein zu filtrieren.

Kieselgurfiltration
Kieselsol wird zur Schönung eingesetzt, um unerwünschte Trübungen wie Proteine zu absorbieren. Ist billiger als Bentonit, da dieses aus Amerika importiert werden muss (Transportkosten).

Kirchenfenster
Die an der Glaswand langsam herablaufenden Tropfen. Entsteht durch Glyzerin (Fett). Desto dichter die Fenster, desto konzentrierter, extraktreicher der Wein.

Klapotetz
Ein Gestell, das Vögel verjagen soll, die Trauben fressen. Touristische Attraktion vor allem in der Steiermark.

Klar
Wein ohne jegliche Trübung.

Klärung
s.u. Filtration

Klein
Leichter Wein.

Kleinklima
s.u. Mikroklima

Klevner
Der Weißburgunder wird in der Steiermark "Klevner" genannt. Verwandte sind Chardonnay, Morillon und Auxerrois. Er ergibt leichte bis alkoholreiche Weine und hat oft ein geringes Eigenaroma. Geringe Bedeutung.

Klimaschrank
Weinkühlschrank mit stufenloser, konstanter Temperaturregelung, richtige Luftfeuchtigkeit und Belüftung.

Klon
Im Weinbau versteht man hierunter eine Vielzahl von Reben, die allesamt auf dem Weg der vegetativen Vermehrung, durch Edelreiser bzw. Stecklinge von einer Mutterrebe gewonnen wurden. Das Ziel ist es, Rebmaterial zu bekommen, daß für verschiedene geologischen und klimatischen Ansprüche geeignet ist.

Klosterneuburger Mostwaage (KMW)
Senkspindel zur Messung des Zuckergehalts im Most, der auf einer Skala in Prozent angezeigt wird; 1 Grad KMW=4,86 Öchsle. Die Klosterneuburger Mostwaage ist ein ausschließlich in Österreich gebräuchliches Maß für das Mostgewicht.

Knospe
s.u. Auge

Kohlensäure
Schmeckbar auch im "stillen" Wein; leicht prickelnd.

Konservierungsmittel
In Österreich bis zum EU–Beitritt verboten; z.B. Sorbinsäure.

Kontrollierte Gärung
Die Behältnisse (meist aus Stahl) werden mit Wasser (in Italien auch mit Glycol) von außen oder innen überflutet, damit eine bestimmte Temperatur nicht überschritten wird.

Kordonerziehung
Mehrjährige Stammverlängerungen, auf denen die Fruchtruten wachsen.

Korkbrand
Auf jedem Korken wird an der Außenseite der Name des Produzenten mit durch einen Korkbrand "verewigt".

Korken
Elastischer, zylinderförmiger Verschluß für Weinflaschen, der den Ausfluß von Wein andererseits und andererseits den Zutritt von Sauerstoff verhindert. Die geringe Menge an Sauerstoff, die dennoch in Laufe der Jahre durch den Kork in die Flasche kommt, ist notwendig für die Reifung des Weines (Mikrooxydation). Der normale Korken hat einen Durchmesser von 24 mm und wird in einen Flaschenhals mit 18 mm Durchmesser gepresst. Sektkorken (31 mm für einen Flaschenhals von 17,5 mm Durchmesser) bestehen aus drei miteinander verleimten Korkschichten. Billige Korken werden aus Korkmehl und –schnitzel gepresst. Auch in der Länge sind Korken verschieden, besagen aber prinzipiell nichts über eine bessere Qualität aus. Weine etwa aus dem Weinviertel mit einem kurzen Korken präsentierten sich nach Jahrzehnten wunderbar. Der Korken muss feucht gehalten werden, also Flaschen liegend aufbewahren, im Gegensatz zu Bränden, die stehend gelagert werden, damit der Alkohol nicht den Kork zerstört. Fast ausschließlich ist der Kork mit einer Kapsel bedeckt. Früher enthielten die besseren Kapseln Blei, ist heute aber (in der EU) aus Umweltgründen verboten. Die meisten bestehen heute aus Aluminiumfolie, deswegen aufpassen vor Schnittverletzungen! Korkenzieher gibt es viele, praktische und unnötige. Am besten haben sich noch die Modelle mit dem Schmetterling–Prinzip und Screwpull bewährt, die nur einen Nachteil haben: mitunter bröselt der Kork und Spuren sind im ersten Glas zu sehen. Sogenannte Kellnerbestecke besitzen den Vorteil, den Korken behutsam herauszuziehen (Vorteil vor allem bei älteren Flaschen). Bei jungen Flaschen benötigt man aber unter Umständen viel Kraft damit. Tip: Falls der Kork abbrechen sollte, gehen sie schräg mit der Spindel in den Korken, und wenn sie Widerstand verspüren, drehen Sie weiter und ziehen den Restkork hinaus.

Korkengeld
Auch Stoppelgeld; Usus, wenn man in einem Restaurant selbst mitgebrachte Flaschen konsumiert. Die Höhe ist Verhandlungssache.

Korkgeschmack
Ein Phänomen, was immer wieder auftritt, leider. Der Wein besitzt einen muffigen ("Kartoffelkeller"), chemischen Geruch und macht den Wein wertlos. Ursachen können Pilzbefall oder auch Reste eine Sterilis ierungsmittels sein. Ein "versteckter" Kork macht sich dadurch als erstes bemerkbar, daß die Frucht des Weines verloren gegangen ist.

Körper
Gesamtextrakt.

Körperreich
Ein Wein mit reichlich Extraktstoffen und Alkohol wirkt körperreich, ausladend.

Koscher
Ein Wein, der nach genauen Vorschriften erzeugt wird, damit auch strenggläubige Juden auf ihn nicht verzichten müssen – koscher: genießbar.

Kracherl
Zitronenlimonade

Kreszenz
Meint einen hochwertigen Wein.

Kreuzung
Zwei Rebsorten werden miteinander gekreuzt, um Vorteile (z.B. Frühreife) beider Sorten in einer zu vereinigen (z.B. Müller–Thurgau).

Kristalle
In einer Flasche (meistens Weißwein), auf der Unterseite eines Korkens oder an den Fasswänden sind oft Kristallablagerungen zu sehen. Es handelt sich um Weinstein. Kein Weinfehler.

Küferei
Fassbau, Böttcherei.

Kunststoffkork
In den letzten Jahren auf den Markt gekommen; eine Alternative gegenüber den Korkgeschmack. In der Regel nur sinnvoll bei Weinen, die in den ersten beiden Jahren nach der Lese getrunken werden. Für eine längere Lagerung benötigt der Wein eine Sauerstoffzufuhr, die der Plastikkork nicht zulässt.

Kurz
Wein ohne Abgang, ohne Nachgeschmack.

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L

Lage
In Österreich Ried(e). 

Lagerfähigkeit
Entscheidend ist die Qualitäts des Weines, Rebsorten, guter Kork, sowie optimale Lager–Bedingungen (kühl–feuchter Keller bei konstanten Temperaturen; optimal 10 bis 12 Grad C.). Ein gehaltvoller Weiß– oder Rotwein kann nach zwei Jahren schon mehr Genuß deutlich bedeuten. Tip: lassen Sie den gekauften Wein zwei bis drei Wochen in Ruhe. Wein ist ein lebendiges Naturprodukt und nimmt auch Erschütterungen oder Temperaturschwankungen wahr, was die Qualität beeinträchtigen kann. Und niemals Wein länger als 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren! Sonst schmecken sie im Glas alles, was sonst noch so im Kühlschrank lagert!

Landwein
Wein aus Trauben von Qualitätsrebsorten mit einem Mindestmostgewicht von 14 Grad KMW.

Lebendig
Leichte, frische, oft spritzige Weine.

Leer
Schwacher Körper.

Leicht
Gering an Alkohol und zumeist an Körper.

Leichter Körper
Gering in Extrakten und Alkohol; sog. Jungweine (etwa Steirischer Junker oder Primeur).

Les´Hanl
Gemeinschaftsmarke für Neuburger aus Pfaffstätten (Thermenregion).

Leutgeben
Den Leuten eine Stube geben. Urform des Heurigen/Buschenschank.

Lieblich
Einerseits Weine mit einem gesetzlich vorgeschrieben Restzuckergehalt; andererseits Weine, die einen lieblichen, also nicht herben, trockenen Eindruck hinterlassen.

Lie(s)
Franz. Hefesatz (Geläger) – sur lie: ein Wein direkt von der Hefe abgezogen.

Limberger
In Deutschland Synonym für Blaufränkisch (Lemberger).

Limousin
Gegend im nördlichen Mittelfrankreich, woher das beliebte Eichenholz herkommt; zumeist für Cognac verwendet, da ein kräftiges Holz mit ausgeprägten Duftaromen.

Liquoreux
Ausdruck für einen süßen und alkoholreichen Wein.

Luftton
Oxydationserscheinung; die Flasche war zu lange offen.

Lyra–Erziehung
Reberziehungssystem, bei dem das Laubdach in zwei nach oben aufgebundene Gruppen von Trieben aufgestellt ist, so dass ein Lyra–ähnliches Aussehen entsteht. Verbesserungen sind Laubdachmikroklima und günstigere Sonneneinstrahlung von Laub und Frucht. In Österreich selten angewendet.
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M

Macération Carbonique
Kohlensäuremaischung. 

Maderisiert
Irrtümlich für Weine bezeichnet, die oxidiert sind. Dieser Begriff sollte bei alkoholstarken Weinen Anwendung finden, die – meist durch Erwärmung leicht oxidiert – einen Madeiraähnlichen Geschmack erhalten haben. Früher wurden auch viele Sherry so behandelt, in dem man die Fässer im Freien aufgestellt hat und sie in der Sonne "braten" ließ. Solche Weine sind heute kaum mehr mehr anzutreffen.

Magnum
Flasche mit 1,5 Liter Inhalt.

Maische
s.u. Gärung Die festen Stoffe der Trauben (ohne Stiele). Die erste Stufe der Weinbereitung. Die zweite ist dann die Gärung, nachdem man die festen Bestandteile entfernt hat.

Maischestandzeit
s.u. Gärung

Makroklima
Regionalklima im Umkreis von zehn bis hunderte Kilometer.

Malolaktik, Malolaktische Gärung
zweite Gärung, in dessen Verlauf die aggressive Apfelsäure in die weichere Milchsäure umgewandelt wird; der Wein wird samtiger, weicher im Geschmack. Vor allem bei der Rotweinerzeugung eingesetzt.

Malvasier (Frühroter Veltliner)
Stammt wahrscheinlich aus dem norditalienischen Valtellina und ist eine der ältesten in Österreich gezogenen Sorten, die ursprünglich meist im Mischsatz "versteckt" war und als Tafeltraube beliebt war.

Martiniloben
Brauchtum im November.

Massenertrag
In der Regel große Ertragsmenge=geringe Weinqualität.

Master of Wine
Berühmteste und anspruchsvollste Qualifikation im Weinhandel, ein Titel, den man durch Bestehen einer jährlich im Mai vom Institute of Masters of Wine (London; 1955 gegründet) abgehaltenen Prüfung erwirbt.

Matthias Corvinus
Markengemeinschaft aus Retz (Weinviertel).

Mäuseln
Weinfehler. Macht sich am Gaumen durch einen Mäuselton bemerkbar.

Medizinalwein
Wein mit Zusätzen; darf nur in Apotheken abgegeben werden; unterliegt nicht dem Weingesetz.

Meisterweine
Gemeinschaft von Weinbau– und Kellermeister aus Niederösterreich.

Mehltau
Echter; Falscher. Zwei Rebstockkrankheiten.

Mengenbeschränkung
Wurde 1991 ins Gesetz aufgenommen; legt die Erntehöchstmengen pro Hektar bei Qualitäts –, Land– und Prädikatsweinen fest.

Merlot
Blaue Rebsorte; berühmt für Rotweine aus St. Emilion und Pomerol (Frankreich). In Österreich geringe Fläche.

Mesoklima
Lagenklima; Topoklima. Zwischenbereich zwischen dem Makroklima und Mikroklima; zehn bis einige hunderte Meter.

Meßwein
Wein für die hl. Messe; darf weder aufgebessert noch entsäuert werden.

Met
Honigwein, Obstwein.

Metallgeschmack
Selten; einerseits durch zu lange Lagerung in Metallbehältnissen, andererseits mineralische Spurenelemente im Wein.

Méthode champenoise
Das in der Champagne entwickelte klassische aufwendige Verfahren zur Herstellung hochwertiger Schaumweine. Begriff innerhalb der EU nur für Produkte aus der Champagne erlaubt.

Methusalem
Große Flasche, deren Inhalt sechs Normalflaschen entspricht.

Mikroben
Mikroorganismen.

Mikroklima
Im Weinbau handelt es sich um bestimmte Stellen zwischen den Rebzeilen oder in einer gewissen Höhe über den Boden. Weicht oft vom Makroklima ab, da dieses durch Boden und Laubarbeit sowie durch Reberziehungsformen nicht beeinflusst wird.

Mikrooxydation
Ausbau in kleinen Holzfässern (Barriques); i.Ggs zum reduktiven Ausbau (Stahltanks). Das Holz ist luftdurchlässig. dadurch reift der Wein, während er im Stahl luftdicht abgeschlossen ist.

Milchsäurestich
Milchsäure ist eine milde Säure im Wein. "Stich" bezeichnet einen Wein, bei dem der biologische Säureabbau nicht perfekt verlaufen ist. S.u. Gärung, Säureabbau.

Mild
Wein mit geringer Säure bzw. Tanninen.

Mineralische Note
Bestimmte Weine weisen mineralische Geschmacksnoten auf, die von bestimmten geologischen Verhältnissen (etwa Schiefer, Marmor) stammen; z.B. Wachau. Besonders in trockenen Jahrgängen ist der mineralische Ton stärker, da die Wurzeln tief ins Gestein hinunterführen und dort Feuchtigkeit aufnehmen, damit auch mineralische Substanzen.

Mischung vs. Gespritzter
Beliebtes Getränk aus Wein und Mineralwasser (in der Steiermark Mischung).

Mollig
Milde Weiß– und Rotweine; bei Weinen i.d.R. mit Restzucker.

Morillon
Bezeichnung für Chardonnay in der Steiermark; in Nordostfrankreich für Pinot Noir und früher in Chablis für Chardonnay.

Most
Traubensaft vor der Gärung Zwischenstadium zwischen Traubensaft und Wein.

Mosterwärmung
Geringe Erwärmung des Mostes, um den Gärstart zu beschleunigen; bestimmte Hefen wirken erst ab einer bestimmten Temperatur.

Mostgewicht
Maß für den Reifegrad der Trauben; die Grundlage bildet die Konzentration der im Traubensaft oder Most gelösten Inhaltstoffe. Diese bestehen zu etwa 90% aus vergärbaren Zucker. Etwa 16 Gramm Zucker ergeben 1% Alkohol.

Mostkonzentration
Einerseits die Dichte an Zucker im Most, andererseits Verfahren, um den (verwässerten) Most zu konzentrieren.

Mostkühlung
Der Most wird gekühlt, damit eine bestimmte Temperatur nicht überschritten wird und eine Oxydation verhindert.

Mostwaage
s.u. Öchsle/Oechsle, Klosterneuburger Mostwaage (KMW). Aber auch das Wiegen der Trauben und die Messung von Zucker bei der Traubenübergabe (Genossenschaften) der einzelnen Mitglieder/Winzer.

Mostwäger
Stellt bei der Traubenübernahme das Gewicht und den Gehalt an Zucker (Qualitätskontrolle) fest.

Müller Thurgau
Leicht muskatig, rund, weich. Diese Rebsorte verdankt ihren Namen dem Schweizer Botaniker Hermann Müller aus Thurgau und entstammt einem seiner Kreuzungsversuche von Riesling mit Gutedel. In den meisten Fällen erbringt der Müller Thurgau einen eher säurearmen, runden Wein von leicht muskatigem Bukett und mildem Geschmackseindruck. Abgesehen von Prädikatsweinen aus dieser Sorte sollte der Müller Thurgau vorzugsweise im ersten Jahr nach der Lese, also als ganz junger Wein, getrunken werden.

Muffig
Fehlerhafter Wein mit Schimmelton.

Mulch
Vor dem Winter wird der Weingartenboden mit organischen Materialien abgedeckt (oft Stroh).

Muskat
Eine Geschmacksnote bei der Sorte Muskateller.

Mutation
Natürliche, genetische Entstehung einer neuen Rebsorte im Weingarten.
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N

Nachhall
s.u. Abgang. 

Narbe
s.u. Geschein.

Nase
Weinjargon für Duft (Aroma oder Bukett); durch die Nase schmeckt man auch (wer verschnupft ist, schmeckt nichts).

Naturhefe
Wilde Weinhefe.

Naturwein
Biowein, Ökowein. Manchmal missverständlich verwendet, denn Qualitätswinzer produzieren im Einklang mit der Natur und nicht gegen sie.

Nervig
Bezeichnet Weine mit einem guten Säure–Gerüst, ohne aber spitz oder hart zu wirken.

Netze
Schützen vor Traubenfraß.

Neuburger
Nussartig, gehaltvoll, mild. Nach der Überlieferung hat der Donaustrom Österreich diese ureigene Sortenspezialität geschenkt. So soll im Jahre 1850 in der Wachau eine unbekannte Rebe angeschwemmt worden sein, die von den Weinbauern flugs angepflanzt und Neuburger getauft wurde. Der Neuburger erbringt vornehm –zurückhaltende, manchmal im Duft etwas neutrale Weine von kraftvoller, weicher Art; charakteristisch sind feine, nussartige Aromen. Interessante Neuburger gibt es etwa in der Thermenregion, im Burgenland oder in der oberen Wachau zu entdecken.

Neue Welt
i.Ggs. Alte Welt; Neuseeland, Kalifornien u.a.. Nicht eindeutig abgegrenzter Begriff.

Neuzüchtung
Kreuzung aus zwei Rebsorten; z.B. Müller–Thurgau (Riesling x Gutedel).

Noah
Weiße Amerikaner–Rebe; im Uhudler (Südburgenland).
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O

Obi
Apfelsaft. 

Obstwein
Durch Vergären von Früchten außer Trauben produzierter Wein (etwa Apfelwein).

Ochs auf Lerchenau
Gemeinschaftsmarke in Mörbisch (Blaufränkisch).

Öchsle/Oechsle
s.a. Klosterneuburger Mostwaage (KMW). In Deutschland übliches Verfahren, um die Dichte des Mostes anzugeben. Grundlage für die Traubenqualität, wie auch in Österreich. 1 Grad KMW=4,86 Öchsle.

Odor
Geruch des Weines.

Oenologe
Kellermeister, Weinfachmann mit wissenschaftlicher Ausbildung.

Oenologie
Weinbaukunde (von grie. Oinos, Wein).

Oenothek
Vinothek.

Oidium
Echter Mehltau; Pilzkrankheit des Weinstocks.

Omegaschnitt
Schnittform bei der Veredelung von Rebstöcken.

Opernballwein
Wird aus dem Bereich Mörbisch (Burgenland) für den Wiener Opernball produziert (Welschriesling und Blaufränkisch).

Organoleptische Prüfung
Beurteilung der Wirkung von Aussehen, Geruch und Geschmack eines Weins auf die Sinnesorgane.

Österreichische Traditionsweingüter
Markengemeinschaft (Kremstal und Kamptal).

ÖWM
(Österreichische Weinmarketingservice–Gesellschaft; Wien)

Oxidativer Wein
s. Gärung; gekühlte/kontrollierte, s. Maderisiert

Oxidativer Ausbau
s. Barrique
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P

Pannobile
Markengemeinschaft aus Gols (Neusiedlersee); auch für warmes Klima im Osten = pannonische Tiefebene.

Panschen
Österreichische Bezeichnung für unerlaubte Zugaben in den Wein.

Parfüm
An dieser Stelle für ein wohlriechendes Bouquet des Weines.

Passé
Aus und vorbei; der Wein ist drüber; zu lange gelagert.

Pegelwein
Sinnvoller Beginn einer Blind–Verkostung, damit sich die Verkoster in der Bewertung orientieren können. Wird leider selten eingehalten.

Perlwein
Frizzante.

Peronospera
Falscher Mehltau; Pilzkrankheit des Rebstocks.

Pestizide
Pflanzenschutzmittel.

Petroleum
Angeblich eine Geruchskomponente bei älteren Rieslingen (Wachau).

Pfefferl
Pfeffergeschmack im Abgang; kommt vor allem bei der Sorte Grüner Veltliner vor. Weiters bei Cabernet Sauvignon und unreifem Syrah.

Pferdeschweißton
Wahrscheinlich durch zu trockene Lagerung des Weines in Holzbehältnissen. Erinnert an Pferdeschweiß und ist nur für Reiter erkennbar.

Phenole
Große, wichtige Gruppe reaktionsfreudiger chemischer Verbindungen, deren Grundbaustein Phenol ist. In blauen Trauben höher als in den weißen. Den größten Anteil besitzen ausgereifte Trauben. Ist auch für die Lagerung wichtig. In der Jugend schmecken Phenole oft hart und bitter, mit der Flaschenreife sterben sie ab und fallen als Depot aus. In trockenen Weißweinen eher unerwünscht; besonders in trockenen Jahren hoher Anteil an bitteren Geschmacksstoffen.

PH–Wert
Wert für die Konzentration der Säuren.

Phyloxera
Reblaus, die den Saft der Rebwurzel aussaugt, dadurch stirbt die Rebpflanze. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts waren fast alle Weingärten Europas davon betroffen. In Südamerika nicht, dagegen in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts war Kalifornien davon betroffen.

Physiologische Reife
Wenn die Traube im Herbst dem Winzer schmeckt, dann wird gelesen. D.h. alle Inhaltsstoffe müssen harmonisch zueinander passen: Frucht, Süße, Säure. Obligatorisch wird noch mit dem Refraktormeter der Süßegrad der Beeren gemessen und danach der Lesezeitpunkt vorgenommen.

Pikante Säure
Wenn ein Wein geprägt von der (reifen) Weinsäure geprägt ist, spricht man von Pikanz.

Pinot
Hauptname mehrerer französischer Rebsorten, die auf die Pinot–Traube zurückzuführen ist (franz. pin = Kiefernzapfen).

Pinot blanc
Weißburgunder

Pinot noir
Blauburgunder

Pirat
Kein Freibeuter der Meere, sondern eine Bezeichnung für einen bei einer Blind–Verkostung zusätzlich gereichten Wein, der als solcher nicht vorgesehen war.

Plump
Schwerer Wein ohne Finesse (Säure fehlt); einfach.

Plutzer
Bauchiges Wein–Tongefäß; wird für den Uhudler (Südburgenland) verwendet und vermarktet.

Pneumatische Presse
Hat die Baumpresse abgelöst und ermöglich ein sanftes Pressen des Trauben–Materials, um die Traubenkerne nicht zu verletzten.

Prädikate
Einerseits ein durch das Mostgewicht bestimmte Unterscheidungsmerkmal (Deutschland, Österreich), andererseits Auszeichnungen für Weine bei Prämierungen.

Prädikatswein
Spätlese, Auslese, Strohwein, Eiswein, Beerenauslese, Ausbruch und Trockenbeerenauslese.

Premium
Bezeichnung für Wein der höheren Qualitäts – und Preisstufen.

Pressen
s.u. Keltern.

Primärfrucht
Jede Sorte besitzt eine mehr oder weniger ausgeprägte Primärfrucht, die mit Lagerung in der Regel von sekundären und tertiären Aromen abgelöst wird. Gutes Beispiel Traminer – Jugend: frische Rosen; dann verwelkte Rosen und später getrocknete Rosen.

Primäres, sekundäres und tertiäres Stadium
s.u. Primärfrucht.

Primeur
Bezeichnung für bestimmte, sehr jung auf den Markt kommende Weine (z.B. Beaujolais Nouveau, Junge Österreicher).

Primus Carnuntum
Markengemeinschaft aus Carnuntum; Jungwein.

Propfrebe
s.u. Veredeln

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Q

Q
Geschützte Wort–Bild–Marke für österreichischen Qualitätswein; außer 2–l–Flaschen. 

Qualitätswein
Weinkategorie nach dem österreichischen Weingesetz mind. 15 Grad KMW, Mengenertragsbeschränkung, staatliche Prüfnummer
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R

Rahnig
Oxydationserscheinung.

Ráthy
Neue rote Rebsorte; Züchtung zwischen Blauburger x (Seyve Villard x Blaufränkisch). Emmerich Ráthy (1845–1900) war zweiter Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule. Die Sorte ist ab 2000 zugelassen.

Rasse
Ausdruck für besondere Weine mit Schliff und Eigenart.

Rauch
Verschiedene Weine weisen einen rauchigen Geschmack auf, verursacht durch Bodenbeschaffenheit und Vinifikation (Barrique).

Rauh
Ein Wein wirkt rauh, wenn die zumeist jugendlichen Tannine vordergründig schmeckbar sind.

Rebe
Rebstock, Weinstock, Weinrebe.

Rebeln (Abbeeren)
das Entfernen der Traubenstiele vor der Vergärung.

Rebenalter
Schwankt je nach Philosophie des Winzers; allgemein lässt sich sagen: desto älter der Rebstock, desto wertvoller die Qualität. In England befindet sich der älteste noch im Ertrag stehende Weinstock, der 1769! gepflanzt wurde (Hampton Court Palace bei London).

Rebenblüte
Gescheine; Stadium der Traubenentwicklung.

Rebenselektion
s. Klon

Reblaus
Wurzelsaugender Schädling (Phylloxera), der nicht reblausfeste Unterlagen befällt und dadurch den Weinstock vernichtet.

Rebschnitt
Zumeist wird der Hauptschnitt in den Wintermonaten vorgenommen, um das alte Holz zu entfernen. Andererseits ein wichtiger Schritt, um die spätere Lesemenge zu bestimmten. Im Laufe des Jahres werden für die Qualitäts –Produktion immer wieder Korrekturen beim Rebschnitt vorgenommen.

Rebsorten
s. Ampelographie.

Reduktiv
Weinbereitung unter Sauerstoffabschluss (z.B. Stahltanks).

Reduktiver Ausbau
s.u. Reduktiv; Gegensatz zum oxidativen Ausbau, also unter Sauerstoffzufuhr. S.a. Barrique.

Refraktometer
s.u. Klosterneuburger Mostwaage (KMW); misst den Zuckergehalt in der Beere.

Reife
Relativer Begriff der idealen chemischen und physikalischen Eigenschaft der Frucht; Mostgewicht, Zuckerkonzentration.

Reifenbeißer
spöttische Bezeichnung für Weine mit sehr hohem Säuregehalt.

Reiner Satz
In einem Weingarten befindet sich ausschließlich nur eine Sorte.

Reinzuchthefe
s. Zuchthefen

Relative Dichte
s.a. Klosterneuburger Mostwaage (KMW); der Quotient aus Masse und Volumen eines Stoffs, ausgedrückt in g/cm3 oder g/ml. Ein im Weinbau häufig verwendetes Maß für die Dichte ist KMW oder in Deutschland Öchsle.

Reparaturwein
Nach einer Verkostung mehrerer Weine (vor allem schwere) wird ein leichter Wein gereicht, um den Gaumen zu entspannen, um entweder zu verkosten oder weiter zu trinken.

Resch
Geschmacksausdruck für säurebetonte, trockene, frische und rassige Weine.

Reserva
Spanisches Pendant zur italienischen Riserva und unterliegt bestimmten Vorschriften der Dauer der Lagerung.

Restzucker
Wenn der Wein nicht gänzlich durchgegoren ist, verbleibt ein Restzucker.

Restzuckergehalt
s.u. Restzucker; muss in Österreich auf dem Etikett angegeben sein. Trocken: bis 8 g/l – halbtrocken.

Ried(e)
kleinste geographische Einheit einer Weinbergslage.

Riesling
Vornehmer Duft (Pfirsich, Marille), feine Nuancen, Rasse. In guten Weinjahren gehört der noble Riesling aus Österreichs Spitzenlagen, die sich vor allem in der Wachau sowie im Kamptal, Kremstal, Donauland und Weinviertel befinden, unbestritten zu den weltbesten Repräsentanten dieser Rebsorte. Sein charmantes Bukett weist meistens Anklänge an Pfirsiche, Aprikosen oder Zitrusfrüchte auf. Am Gaumen wirkt der Riesling wegen seiner pikanten Säurestruktur sehr rassig und anhaltend. Er entwickelt sich kontinuierlich und ist daher gut lagerfähig; dies gilt im Besonderen für die raren Spät– und Auslesen (oder die Wachauer Smaragdweine).

Rigolen
Lockerung des Bodens eines Weingartens.

Rohfäule
s.u. Sauerfäule.

Rose
s.u. Traminer

Rosé
Hellroter Wein von Rotweintrauben, bereitet durch rasches Abpressen, so dass nur geringer Farbstoff aus der Beerenschale in den Wein gelangt.

Rosso
(Ital.) Rot.

Roter Traminer
Gehört zur Familie des Traminers. Der Zusatz "Gewürz" dürfte im Sinne von starkem Duft, ähnlich dem französischen "musque", zu interpretieren sein, "rot" mit der rötlichen Farbe der reifen Beeren. Die verschiedenen Traminer–Spielarten stehen oft gemischt in einem Weingarten (vor allem bei älteren Anlagen) und lassen sich im Herbst durch unterschiedliche Färbung der Beerenschale unterscheiden. Gewürztraminer weist eine hellere Farbe auf, der Rote dagegen eine dunkle rötlich–bronzene. Die Sorte ist äußerst mutationsfreudig.

Rotobehälter
Modernes Gerät zur Rotweingewinnung.

Rotwein
Blaue (schwarze) Trauben; die Farbstoffe befinden sich in der Beerenschale, der Saft ist weiß. Während der Gärung löst der Alkohol die Farbstoffe aus den Schalen.

Rotweinwiege
Eine Vorrichtung, in der ein Flasche in horizontaler Lage gehalten wird, damit sie ohne Aufrühren des Bodensatzes geöffnet und entleert werden kann. Der Rotweinkorb erfüllt einen ähnlichen Zweck.

Rubin Carnuntum
Markengemeinschaft; Rotwein aus Carnuntum.

Ruländer
s.u. Gris, Pinot

Rund
Harmonischer Wein ohne Ecken und Kanten.

Rütteln
Wichtigster Arbeitsvorgang bei der Schaumweinherstellung nach dem traditionellen Champagnerverfahren. Dadurch wird der Bodensatz im Flaschenhals konzentriert.
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S

Salon
Über 200 Weine (eingeteilt in 12 Kategorien) werden für den österreichischen Salon jährlich aus mehr als 4000 Weinen über Landesprämierungen bzw. durch Redaktionen bestimmter Fachmagazine sowie durch Fachjournalisten und Sommeliers ermittelt. Ein Büchlein informiert über diese Weine und deren Winzer. 

Samenbruch
Wir ein Traubenkern zum Keimen gebracht, dann entwickelt sich aus dem darin enthaltenen Embryo eine verzweigte Pfahlwurzel und ein Jungschoß. Es kann aber auch zum Bruch kommen und der Embryo kann sich nicht entwickeln.

Sämling
Aus Samen gezogene neue Rebsorten.

Samtig
Weicher Geschmack; vor allem beim Rotwein.

Sauber
Reintönig.

Sauer
Resch; Wein mit zu hohem Säuregehalt; nicht herb.

Sauerfäule
Rohfäule; Verderb reifer Trauben.

Säureabbau
s.u. Gärung; gekühlte/kontrollierte, Malolaktik, Malolaktische Gärung

Säuregehalt
Chemische Verbindungen, die für den sauren Geschmack im Wein verantwortlich sind. Die beiden wichtigsten Säuren im Wein sind Weinsäure und die Apfelsäure. Weiters in kleinen Mengen die Zitrussäure und Bernsteinsäure sowie die Kohlensäure und die Milchsäure. Die Säuren sind im Wein wichtig für den erfrischenden Geschmack und Typizität der jeweiligen Rebsorte. Gleichzeitig wehren sie auch schädliche Bakterien ab.

Saurer Winzer
Geselchtes in einer Marinade aus Essig und Kernöl; Steiermark.

Sauser
Anderer Ausdruck für Sturm; wahrscheinlich so benannt nach der möglichen Wirkung auf die Verdauung.

Sauvignon blanc
Schotige Würze, lebhaft, pikant, Stachelbeeren. Die jüngste Auspflanzungswelle lässt vergessen, dass diese Rebsorte schon vor rund 120 Jahren in der Südsteiermark unter Erzherzog Johann eingeführt worden ist. Ihre paprizierte Würze wird bei höherer Reife von Aromen nach Holunderblüten, Cassis und Spargel abgelöst. Stets frisch und anregend bei eher rassiger Säurestruktur ist der Sauvignon zumeist ein eleganter, fruchtiger Wein von unverwechselbarem Charakter, der auch Potenzial für die mittelfristige Lagerung besitzt. Auch ein behutsamer (teilweiser) Ausbau im neuen Holz hat sehr gute Resultate erbracht.

Schal
Abgestanden, fad. Ausdrucksloser Wein.

Schank
Verkaufspult und Raum, in dem Wein ausgeschenkt wird.

Schankwein
Zumeist ein einfacher, unkomplizierter Wein, der offen im Gasthaus ausgeschenkt wird.

Schampus
Frühere Bezeichnung für Schaumwein (Champagner, Sekt).

Scharf
Weingeschmack mit vorstechender Kohlensäure; auch spitz.

Schaumwein
Drei verschiedene Verfahren zur Herstellung werden unterschieden:

  • Flaschengärung: klassische Methode (Champagnerverfahren)
  • Tankgärung: Charmat-Verfahren
  • Versetzen mit Kohlensäure
Schenkel
Hauptverzweigungen des Rebstammes; tragen das ein– und zweijährige Holz.

Scheurebe / Sämling 88
ist wie fast alle Neuzüchtungen durch Massenertrag in Verruf geraten. Im unteren Kabinettbereich (Steiermark) und besonders in hohen Prädikatsstufen (Seewinkel) können angenehm fruchtige Weine produziert werden. Sämling = aus Samen gezogene neue Rebsorten; 88: der 88te Versuch von Dr. Georg Scheu aus Rheinhessen (Anfang des 20. Jahrhunderts).

Schilcher
roséfarbiger Wein aus der Sorte Blauer Wildbacher; Weststeiermark, manchmal auch Südsteiermark.

Schilfwein
Auch Strohwein; mindestens 25 Grad KMW, gewonnen aus Trauben, die mindestens drei Monate auf Stroh oder Schilf gelagert oder luftgetrocknet wurden.

Schimmelton
Negativer Geschmack. Ursachen: Schimmelpilze von Traubenschalen, unsaubere Fässerund Schläuche.

Schlegelflasche
Flaschenform.

Schleier
Weintrübung; muss kein Wein/Geschmacksfehler sein.

Schlieren
Auch Kirchenfenster genannt; bildet sich an der Innenseite des Glases, verursacht durch Glyzerin (Fett), einem dreiwertigen Alkohol. Kann auf Dichte und Komplexität des Weines schließen.

Schmeckerter
Weine von stark aromabetonten Rebsorten (Muskateller, Muskat–Ottonel).

Schmelz
Extraktsüße, die einen samtigen Eindruck hinterlässt.

Schnitt
s.u. Rebschnitt.

Schönung
Methode zum Klären des Weins etwa durch Eiweiß. s.u. Bentonit–Schönung

Schwanz
s.u. Abgang

Schwarze Johannisbeere (Cassis)
Typische Duft– und Geschmacksnote von Cabernet Sauvignon– und gelegentlich Sauvignon–blanc–Weinen.

Schwefel
s.u. Böckser. Schwefeldioxid inaktiviert oder tötet Bakterien ab und ist für die Weinbereitung notwendig.

Schwefeln
Rotwein benötigt weniger Schwefel als trockene Weißweine oder Süßweine, weil sie mehr konservierendes Tannin enthalten. Qualitäts–Winzer verzichten aber auf Maische–Schwefelung, da dadurch die Frucht reduziert wird. Ganz auf Schwefel kann aber nicht verzichtet werden.

Schweif
s.u. Abgang

Schwer
Hoher Alkoholgehalt; kein Qualitätskriterium.

Schwips
Beginnende Trunkenheit.

Schwund
Verdunstung von Wein in Holzbehältnissen bzw. bei längerer Lagerung von Weinflaschen ("Der Anteil der Engel").

Seele
Auch Rückgrat des Weines genannt oder das Herzstück; bei Korkenzieher der innere Hohlraum, durch den ein Streichholz passen sollte.

Seewinkel
Volkstümliche Bezeichnung für das Weinbaugebiet Neusiedlersee (Burgenland).

Seihmost
Vorlaufmost.

Sekt
Schaumwein (s.o.)

Sekt–Dosage
  • extra brut oder extra herb: zwischen 0 und 6 g je Liter
  • brut oder herb: niedriger als 15 g je Liter
  • etxra trocken oder extra dry: zwischen 12 und 20 g je Liter
  • trocken oder dry: zwischen 17 und 35 g je Liter süß: höher als 50 g je Liter
  • halbtrocken: zwischen 33 und 50 g je Liter
  • süß: höher als 50 g je Liter
Selbstträger
s.u. Direktträger.

Sensorik
Die Sinne betreffend (Riechen, Schmecken...).

Separator
s.u. Zentrifuge

Separieren
Getrennt Weine ausbauen (nach Sorten oder/und Lagen).

Sherryton
Weinfehler.

Smaragd
Bezeichnet die besten und wertvollsten Weine der Wachau (außer Beeren– und Trockenbeerenauslese). Der Name kommt von den grün–bläulich schimmernden Smaragdeidechsen, die in den Steinterrassen leben. Diese Spätleseweine sind durchgegoren und haben höchstens 9 Gramm Restzucker, gelten also als trocken (bis zum Jahrgang 1992 waren sie bei einem Restzuckergehalt von 4–9 Gramm laut damals geltendem Gesetz halbtrocken).

SO2
Schwefel.

Sommelier
Weinkellner, der für die Wein–Beratung und Einkauf zuständig ist. Eigener Berufsstand innerhalb des Services.

Sommerfrischer
Weinmischgetränk; Gespritzter.

Sommerwein
In der Regel unkomplizierte Leichtweine (geringer Alkohol, frische Säure).

Sonnenbrand
Verbrennungserscheinungen an einzelnen Beeren durch zu starke Sonneneinstrahlung. Ergibt im fertigen Wein Röst– /Toastaromen. Hilft keine Sonnencreme.

Sortenbukett
Geruchsstoffe aus der Beere (z.B. Muskateller).

Spätlese
s.u. Prädikate.

Spätrot(er)
Andere Bezeichnung für Zierfandler (nur in der Thermenregion).

Spätrot–Rotgipfler
Cuvée aus Zierfandler und Rotgipfler (Thermenregion).

Spiel
Wenn der Wein den Gaumen kitzelt, sich entfaltet.

Spitz
Wein mit übermäßig unreifer Säure.

Spezi
Besonderer = spezieller Wein beim Heurigen, meist reinsortig.

Spriten
Mit Alkohol versetzter Wein; meistens dadurch die Gärung unterbrochen (z.B. Portwein, Sherry, Madeira).

Spritzen
Das Ausbringen von Agrochemikalien zur Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern ist im Weinbau unerlässlich.

Spritzer, G'spritzter
Staatliche Prüfnummer: Qualitäts– und Prädikatsweine müssen, bevor sie in den Verkauf gelangen, einer sensorischen und analytischen Prüfung unterzogen werden und erhalten bei Bestehen die Prüfnummer, die auf dem Etikett angegeben werden muss.

Spritzig
Wein mit spürbarer Kohlensäure.

Spontangärung
Durch Naturhefe einsetzende Gärung.

Spucken
Während einer Verkostung von mehreren Weinen sollte man den Wein ausspucken, um einerseits den Gaumen mit zuviel Alkohol nicht zu belasten, andererseits selbst noch ruhigen Gewissen mit dem Auto nach Hause fahren zu können.

Spund
Verschluss von Fassöffnungen.

St. Laurent
Weichselkirsche, prägnant, abgerundetes Tannin. Sehr einprägsam ist bereits der Duft des St. Laurent, der Assoziationen an Weichselkirschen und Zwetschken weckt; am Gaumen ä hnelt er einer dunkelfruchtigen Variante des Blauburgunders, mit dem er auch ganz eng verwandt ist. Erfreulich ist die in den letzten Jahren festzustellende Renaissance dieser als "schwierig” bezeichneten Rebsorte, die sich vom nördlichen und mittleren Burgenland bis in das nördliche Niederösterreich und in die Steiermark erstreckt; die Thermenregion war ja seit jeher die Heimat dieses kraftvollen, tieffruchtigen Rotweines, der auch gute Lagerkapazitäten besitzt und Blends mit anderen Varietäten Würze und Pfiff verleihen kann.

Staubiger
Junger, noch trüber Wein.

Steckenbleiben
Die Hefen werden inaktiv und der Gärprozess kommt zum Erliegen; dadurch verbleibt ein Restzucker.

Stehenlassen
Die Maische wird längere Zeit zwecks Verbesserung der Ausbeute an Inhaltstoffen (Extrakt–, Bukett–, Farb– und Tanninstoffe) stehen gelassen.

Steinfeder
Benannt nach einer regionstypischen Grasart (stipa pennata), steht für leichte, fruchtige Wachauer Weine, immer trocken und nicht aufgebessert, mit einem Alkoholgehalt von höchstens 10,7 Vol.%.

Steinterrassen
Künstlich angelegte Weinbergterrasse, die mit Steinmauern abgestützt ist.

Steirischer Bogenschnitt
Die Rebe wird nach unten gebogen.

Steirische Hoheit
Gemeinschaftsmarke für Qualitätswein aus Kitzeck (Südsteiermark).

Sterilisieren
Pasteurisieren.

Stichig
Essigstich.

Stiellähme
Stoffwechselkrankheit des Rebstockes.

Stifterl
Weinflasche mit 0,375 L Inhalt (meistens für hohe Prädikatsweine; bei trockenen Weinen manchmal auch für Flaschen mit 0,25 Liter).

Stilistik
Jeder Winzer baut seinen Wein nach einer bestimmten Philosophie aus, das bestimmt die Stilistik des späteren Weines.

Stillweine
Bezeichnung für Weine, die nicht Sekt oder Perlwein sind.

Stinkerl
Einerseits "burgundischer" bei Burgunder–Rebsorten (kein Wein–Fehler), andererseits fehlerhafte chemische Verbindungen im Wein (z.B. Milchsäure).

Stockabstand
Pflanzdichte.

Stockkultur
Alte, niedrige Erziehungsform.

Stoppel
Kork; wenn ein Wein "stoppelt", hat er Korkgeschmack.

Strahlig
Einerseits die klare Farbe eines Weines, der glänzt, strahlt; andererseits strahlige Frucht, die klar daher kommt.

Straußwirtschaft
s.u. Buschenschank, Heuriger

Stricherlliste
Zettel beim Heurigen/Buschenschank, auf dem die Getränkekonsumtion vermerkt wird.

Strohwein/Schilfwein
s.u. Schilfwein.

Sturm (Federweißer)
trüber Traubenmost während der Gärung.

Süffig
Zumeist ein Wein mit deutlichem Restzucker, ohne vordergründige Säure, der den "Suff" erleichtert.

Sulfate
Salze und Ester der Schwefelsäure. Sulfur = Schwefel.

Süßwein
Verallgemeinerung als Dessertwein.

sur lie
auf der Hefe gelagert (franz. Hefesatz), direkt von der Hefe abgezogener Wein.
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T

Tafeltraube
i.Ggs. zu Keltertrauben; für den Verzehr kultiviert, bzw. für die Herstellung von Rosinen oder für die Destillation. 

Tafelwein

Unterste Qualitätsstufe im Weingesetz; früher der Wein für die Tafel, also was Besonderes.

Tankgärung
Herstellung (auch Sekt).

Tannin
Gerbstoffe, die sich in den Traubenkernen und in der Beerenschale befinden. Vor allem bei Rotweinen und Barrique–Ausbau.

Tanninstruktur
Bei harmonischen Weinen (in der Regel Rotweine) spricht man von reifen Tanninen. Unreife Tannine schmecken am Gaumen bitter, spitz und adstringierend.

TBA
Trockenbeerenauslese.

Terroir
Ausdruck aus dem Französischen für Boden und Klima als ökologisches Ganzes.

Tischwein
Kein amtlich anerkannter Begriff.

Toasting
Flämmen der inneren Fasswandung bei Holzfässern (Barrique), das Geschmacksstoffe (Kakao, Kokosnuss, Vanille etc.) an den Wein abgibt (vor allem in den ersten zwei Jahren).

Topographie
Die Oberflächengestalt einer Landschaft, die einen wesentlichen Einfluss auf das Klima und damit auch auf den Weinbau ausübt.

Torggel
Baumpresse.

Traminer
Rosenduft, mächtig, feurig. Der Traminer (in seinen häufigsten Spielarten Roter Traminer oder Gewürztraminer) erbringt einen charakteristischen Duft, der an Rosen, Kokosmark und Dörrobst erinnert. Essenziell ist eine hohe Reife, damit er seine Kraft und sein Feuer voll ausspielen kann. Als Liebhabersorte sind seine Standorte gegenwärtig über die gesamte österreichische Weinlandschaft verstreut, besonderes Renommee besitzen freilich die Traminer aus dem südoststeirischen Vulkanland (um Klöch). Etwas Restsüße ergänzt das zartbittere Geschmacksbild meist recht gut; legendär ist die Lagerfähigkeit von Prädikatsweinen aus dieser Rebsorte und auch ein Hauch von neuem Holz wird gut eingebunden.

Transvasierverfahren
Ein Verfahren der Schaumweinherstellung, bei dem die Zweitgärung zwar in der Flasche stattfindet, diese aber dann zum Entfernen des Bodensatzes in einem Tank umgefüllt wird.

Traubenfäule
Schimmelpilz Botrytis Cinerea.

Traubensaft
Alkoholfreies Getränk.

Traubensorten
Rebsorten.

Trebern
Traubenbestandteile, die nach der Kelterung, Gärung und Pressung zurückbleiben, heißen "Trebern" oder "Trester"; immer öfter werden daraus Destillate gewonnen (Italien: Grappa; Frankreich: Marc).

Trieb
Schoß; Jungtrieb der Rebpflanze.

Triebreife
Holzreife.

Trocken
Geschmackseindruck, i.Ggs. zu süß oder lieblich.

Trockenbeerenauslese
TBA; Prädikatsstufe; edelsüße Weine (vor allem Burgenland).

Trockenzuckerung
Zucker darf beim "Aufbessern" nur im Traubenmost, nicht aber in Wasser (Nasszuckerung) aufgelöst werden.

Troncais
Beliebtes Eichenholz (Barrique) aus dem französischen Departement Allier.

Tropfbewässerung
Form der künstlichen Bewässerung (etwa Wachau).

Trub
s.u. Geläger.

Trübung
Die Farbe ist nicht klar. Ursachen: Nachgärung in der Flasche, unzureichende Schönung bzw. Filtration.

Tschechern
Viel und schnell trinken. Kampfsport.
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U

Uhudler
Wein aus Direktträgersorten; Spezialität aus dem Südburgenland. Umziehen
Der klare Wein wird vom Geläger getrennt.

Unterlagsreben
Amerikanerreben.

Urban, Heiliger
Patron des Weinbaues und der Fassbinder; Urbanitag: 25. Mai.

Urgestein
Ungenauer Terminus für eine Bodenart.
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V

Vakuumverdampfung
Eine Methode, um verwässerterten Most Wasser zu entziehen. In der EU erlaubt.

Vegetal
Unreife Geschmacksnoten (Blätter, Stiele).

Veredeln
Aufpfropfen einer reblausanfälligen europäischen Edelrebe (z.B. Riesling) auf die reblauswiderstandsfähige amerikanische Unterlagsrebe.

Verschnitt
Fast alle Weine werden verschnitten; sei es aus mehreren Traubensorten, Jahrgängen oder dem Inhalt verschiedener Fässer.

Verrieseln
Mangelhafte Befruchtung der Traubenblüten; reduziert die spätere Menge, beeinträchtigt aber nicht die Qualität.

Vienna Classic
Markengemeinschaft von Wiener Winzern.

Viertel
0,25 Liter; übliche Maßeinheit beim Heurigen.

Vinea Wachau
Qualitätsgemeinschaft Wachau.

Vinieren
Ausspülen des Glases mit Wein; weinfreundlich machen.

Vinifikation
Weinbereitung.

Vinothek
Weinhandlung.

Viskosität
Grad der Zähflüssigkeit; Kirchenfenster.

Vöslauer
Blauer Portugieser; Bad Vöslau (Thermenregion).
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W

Wagramer Selektion
Collegium Vinum Wachrain: Markengemeinschaft Wagram (Donauland). 

Weich
Mild; geringe Säure.

Weinbeißer
Eine Art Lebkuchen mit Zuckerglasur; auch Weinfreund.

Weinbrand
Aus Wein hergestelltes Destillat.

Weingrünmachen
Aus neuen Fässern werden die Gerb– und Farbstoffe des Holzes entfernt; nicht bei Barriques!

Weinheber
Gerät, um Wein aus dem Fass zu entnehmen.

Weinsäure
Neben der Apfelsäure wichtigste Säure im Wein.

Weinstein
Depot; keine Beeinträchtigung der Qualität.

Weißburgunder (Pinot blanc)
Feines Duftspiel, nussig, kraftvoll, rassig. Wenn seine Trauben die Vollreife erlangen, wächst der Weißburgunder in Österreich zu einem substanzreichen Weißwein mit nuss– oder mandelartigem Geschmack und ausgewogener Säure heran. Die international als Pinot Blanc bekannte Rebsorte entwickelt sich – zumindest mittelfristig – auch gut in der Flasche. Aufgrund seiner dezenten Art eignet sich der Pinot Blanc auch bestens für Cuvées mit anderen Sorten und für eine vorsichtige Lagerung im neuen Holz. Bekannte Herkünfte sind beispielsweise die Süd– und Südoststeiermark, aber auch das Weinviertel, Wien und nördliche Burgenland.

Welschriesling
Kräuterwürzig, erfrischend, vibrierende Säure. Der in Österreichs Rieden seit langem heimische Welschriesling ist mit dem Riesling (Rheinriesling) nicht verwandt. Er wird heute hauptsächlich in der südlichen und südöstlichen Steiermark, im nördlichen und südlichen Teil des Burgenlandes sowie im Weinviertel, wo er unter anderem hervorragende Sektgrundweine liefert, angebaut. Der Welschriesling bringt in erster Linie frisch–fruchtige, in ihrer Jugend zu genießende Weine; rund um den Neusiedlersee kann er aber auch ausgezeichnete Prädikatsweine hervorbringen, die sich durch Feinheit und Rasse hervortun.

Wermut
Vermouth in Frankreich und Italien. Wird aus Wein, Alkohol, Zucker und Kräuterextrakte hergestellt.

Wiener Weinsiegel
Emblem mit Bildmarke (Stephansdom und Stadtwappen) und einer Kontrollnummer, die für Bouteillenweine vergeben wird, deren Grundweine ausschließlich aus Wiener Rieden stammten.

Wildbacher
Blaue Rebsorte (Blauer Wildbacher); Schilcher (Weststeiermark).

Wildreben
Wildform der europäischen Reben; ergibt keinen trinkbaren Wein.

Wipfeln
Abstutzen der überhängenden Triebe am Rebstock.

Würzig
Weine mit würzigem Aroma (z.B. schwarzer Pfeffer).

Würzwein
Ein weinähnliches Getränk dem bestimmte Gewürze zugesetzt wurden.
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Z

Zapfen
Rebstocktrieb. Zeile
Rebreihe.

Zentrifuge
Gerät zur schnellen Klärung von Traubenmost und Wein.

Zibeben
Rosinen.

Zimmertemperatur
Richtige Trinktemperatur; leicht irreführender Begriff, da heutige Raumtemperaturen höher sind als früher.

Zisterne
Weintank.

Zitronensäure
Wichtige Säure in geringen Mengen im Wein.

Zuchthefen
Je nach gewünschter Gärung werden verschiedene Reinzuchthefen angeboten und verwendet.

Zucker
Restzucker, wird auf Etiketten in Gramm/Liter angegeben.

Zuckerhütl
geschmacklich wahrnehmbarer Zuckerrest im Wein.

Zweigelt
Kirschfrucht, charmant, samtig. Die Sortenbezeichnung geht auf den österreichischen Züchter Professor Zweigelt zurück, dem diese Kreuzung von Blaufränkisch und St. Laurent gelang. Als Jungwein besitzt der Zweigelt ein ausgeprägt fruchtiges Bukett, das mit der Reife runder und feiner wird. Die Qualitäten reichen dabei vom jung zu trinkenden, leichten Tafelwein bis zu kraftvollen Lagerweinen. Die solide Zweigeltrebe erreicht in allen heimischen Rotweingegenden gute Resultate und eignet sich aufgrund ihrer unaufdringlichen Art auch besonders als „ Basispartner“ für Rotweincuvées, etwa mit Blaufränkisch bzw. Cabernet Sauvignon. Neben dem Burgenland ist der Blaue Zweigelt auch in Niederösterreich und in der Steiermark verbreitet. Blauer Zweigelt, Rotweinsorte, Kreuzung aus St. Laurent x Blaufränkisch; Prof. Fritz Zweigelt, Direktor an der Klosterneuburger Weinbauschule (1938–1945).

Zweitgärung
Gezielte zweite Gärung in der Flasche oder im Tank bei der Herstellung von Schaumweinen.
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